Jeremiath

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Jeremiath

Beitrag von Gwaihir am So Aug 13, 2017 7:08 pm

Vor drei Tagen hatte Jeremiath die Akademie der Magier in Silian erreicht und seinen Wunsch vorgetragen, zum Magier ausgebildet zu werden. Man hatte in freundlich aufgenommen und zu einem Magier namens Elowin geführt, dem Hochmeister der Pforte. Dieser war ein Arsani und erfüllte unglücklicherweise sämtliche Klischees die man sich über dieses Volk erzählte. Er war überaus arrogant den neuen Anwärtern gegenüber und behandelte sie, als wären sie niedere Wesen. Einen anderen Anwärter, der kurz nach Jeremiath die Akademie erreicht hatte, schickte er schon nach kurzer Zeit wieder nach Hause.
Obwohl Hochmeister Elowin scheinbar nicht viel von den Anwärtern hielt, verlangte er stets höchste Konzentration und Aufmerksamkeit von ihnen. Dadurch kam es auch, das Jeremiath bereits am Abend des zweiten Tag den ersten Zauberspruch erlernen konnte. Es war zwar nur ein recht einfacher und eher schwacher Feuerzauber, aber Jeremiath war trotzdem ein wenig stolz auf sich. Von Hochmeister Elowin konnte man das allerdings nicht gerade behaupten, für ihn schien es das mindeste zu sein das die Anwärter derart schnell lernten, weshalb er auch einen weiteren Anwärter, der sich etwas weniger geschickt anstellte, mit ziemlich unfreundlichen Worten der Akademie verwies.
Nun, am morgen des dritten Tages, fühlte sich Jeremiath alles andere als gut, denn jeden Tag von früh bis spät hochkonzentriert zu lernen und dabei der Arroganz des Hochmeister ausgesetzt zu sein, erwies sich als außerordentlich anstrengend. Nun saß er gerade wieder auf einem äußerst unbequemen Holzschemel vor einem eigentlich zu niedrigen Tisch und versuchte, sich eine Schrift über die Geschichte der Magie einzuprägen, als ihn die Stimme des Hochmeisters aus seiner Konzentration riss:
"He, Ihr da, Mensch! Kommt her!" vermutlich hätte der Hochmeister weniger arrogant geklungen wenn er einen Hund herbeigerufen hätte.

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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 8:44 pm

Jeremiath hatte Mühe, ein Stöhnen zurückzuhalten. Was immer der Hochmeister von ihm wollte, bei seiner offenkundigen Abneigung gegenüber den Magieranwärtern konnte es nichts erfreuliches sein. Er bemühte sich, sich den Verdruss nicht anmerken zu lassen, als er aufstand und schnellen Schrittes zu Elowin ging.
Auf eine Begrüßung verzichtete Elowin wie gewohnt: "Da ihr nicht völlig unfähig zu sein scheint." für Jeremiath klang das fast schon wie ein Lob "Habe ich einen Auftrag für euch. Nicht wirklich schwieriges selbstverständlich." er bedachte Jeremiath dabei mit einem herablassenden Lächeln.
Die Mischung aus Lob und Beleidigung herunterschluckend erwiderte Jeremiath, sich trotz seiner Abneigung um einen respektvollen Ton bemühend: "Was kann ich für Euch tun, Hochmeister?"
"Es gibt Gerüchte über seltsame Funde nahe eine kleinen Dorfes, Elirion glaube ich. Die Akademie will wissen was dort vor sich geht, also besorgt uns die Informationen. Wenn ihr erfolgreich seid werdet ihr als Schüler aufgenommen, wenn nicht...nun seht einfach zu das ihr dann garnicht erst hierher zurückkehrt." Seinem Blick nach zu urteilen hielt er diese Möglichkeit für sehr viel...
...wahrscheinlicher
.
"Ich werde mit weiteren Informationen zurückkehren", versicherte Jeremiath und ersparte es Elowin - und vorallem sich selbst - dessen Zeit mit weiteren Worten zu vergeuden.
"Lasst euch in der Küche ein wenig Proviant geben, dann trefft mich in der Eingangshalle." Mit diesen Worten machte Elowin auf dem Absatz kehrt und schritt davon.
Nachdem Elowin gegangen war, entließ der junge Anwärter die Anspannung mit einem geräuschvollem Ausatmen. Das Gespräch verlief trotz aller offenen Abneigung deutlich besser, als erwartet. Und vorallem musste er nicht länger auf dem unbequemen Schemel sitzen. Noch immer etwas überfordert mit den vielen Wegen in der Akademie bog Jeremiath nur zweimal falsch ab, bevor er die Küche erreichte und dort sein Anliegen vortrug, Proviant zu erhalten, um für Hochmeister Elowin Nachforschungen anzustellen.
Die Küchenhilfen waren wie immer sehr beschäftigt, hatten jedoch schnell ein Proviantpacket zusammengepackt, das vermutlich für drei Tage ausreichen würde.
Jeremiath verstaute das Proviantpaket, bedankte sich und beeilte sich dann, zum Hochmeister der Pforte in der Eingangshalle zu stoßen. Wohl wissend, dass er in den Augen des Arsani ohnehin zu lange gebraucht haben würde.#
Elowin erwartet ihn bereits, außer einem mißbilligenden Blick zeigte er jedoch keine Reaktion. Stattdessen öffnete er ein magisches Portal, das Jeremiath offenbar durchschreiten sollte.
Dieser zögerte einen Moment, als er vor dem Portal stand, schließlich war es das erste Mal, dass er ein solches überhaupt sah. Und nun sollte er durch eines hindurchschreiten, das ein Anwärterverachtender Arsani ihm öffnete, der offensichtlich davon ausging - und wohl sogar hoffte - dass er versagen würde. Jeremiath nahm einen tiefen Atemzug und schritt dann durch das Portal. Eine respektvolle Verabschiedung vergaß er vor Aufregung völlig.
Kaum hatte Jeremiath das Portal durchschritten, schloß sich dieses auch schon wieder hinter ihm und er fand sich auf einem Feldweg wieder, in Sichtweite eines Dorfes. Auf der anderen Seite des Dorfes erstreckte sich ein großer Wald und auf den Feldern waren Menschen damit beschäftigt, ihrer täglichen Arbeit nachzugehen.
Instinktiv drehte sich Jeremiath erst einmal um und blickte in die entgegengesetzte Richtung, aus der er mehr oder weniger gekommen war, um sich zu vergewissern, dass er nicht mehr in der Akademie und unter den missbilligenden Augen Elowins war. Dann schloss er einen Moment die Augen und rieb sich die Schläfen, bevor er in Richtung des Dorfes marschierte.
Das Dorf war schnell erreicht und nun fiel Jeremiath auf, das die Dorfbewohner gerade dabei waren eine Palisade rund um das Dorf herum zu errichten. In der Lücke, die sie auf dieser Seite des Dorfes ließen standen ziemlich gelangweilt drei bewaffnete Männer und musterten Jeremiath.
"Den Göttern zum Gruße", grüßte Jeremiath das Dreiergespann und sah nach links und rechts die Palisade entlang. "Erwartet Ihr in nächster Zeit Ärger oder dient die Palisade nur der Vorbeugung?", erkundigte er sich.
"Ob wir Ärger erwarten? Ihr seid doch bestimmt auch wegen dieser Gerüchte hier, oder? Solches Gerede zieht leider auch immer Gesindel an." antwortete der Größte der drei, scheinbar der Anführer.
"Ich hörte von Gerüchten, ja", bestätigte Jeremiath mit einem Nicken. "Allerdings nichts konkretes."
"Geht am besten in die Taverne, da erfahrt ihr alles was es zu wissen gibt." die drei hatten offenbar nicht vor, Jeremiath einer genaueren Überprüfung zu unterziehen.
"Das werde ich, habt Dank", erwiderte Jeremiath und nickte ihnen noch einmal zu, bevor er das "Dorftor" passierte und sich im Dorf nach etwas umschaute, was nach Taverne aussah. Als er diese gefunden hatte, betrat er sie und verschaffte sich einen Überblick.
In der Taverne war er wie es schien nicht der einzige "Fremde", denn die meisten Anwesenden wirkten nicht als wären sie Dorfbewohner. Aufgrudn des geschäftigen Treibens nahm auch niemand wirklich Notiz von ihm.
Da bekanntermaßen die Tavernenwirte diejenigen waren, die das meiste wussten, war es auch jener, den Jeremiath als erstes aufsuchte. "Den Göttern zum Gruße, guter Mann."
"Seid gegrüßt, ich bin sofort bei euch." Der Wirt war aufgrund der vielen Gäste ziemlich beschäftigt und sein "sofort" erwies sich als recht dehnbar, doch schließlich stand der Mann mit einem freundlichen Lächeln vor Jeremiath "Was kann ich für euch tun?"
"Da Ihr die Frage sicher schon oft genug gehört und wie ich sehe mehr als genug zu tun habt, könntet Ihr mir vielleicht sagen, wer mir mehr über die Gerüchte erzählen kann, die sich erzählt werden? Ohne, dass ich ihn dabei von etwas abhalte, wenn möglich."
"Ach das ist schnell erzählt. Einer der Holzfäller hat vor kurzem merkwürdige Fußabdrücke gefunden und als unsere beiden Jäger ihnen gefolgt sind, haben sie tief im Wald irgendwelche Ruinen entdeckt. Unglücklicherweise ist aber nur einer der beiden von dort zurückgekehrt."
"Dieser Holzfäller und der zurückgekehrte Jäger, wo kann ich die finden?"
"Der Holzfäller ist vermutlich bei der Arbeit im Wald und der Jäger sitzt dort hinten in der Ecke." der Wirt deutete in die entsprechende Richtung.
"Habt Dank", entgegnete Jeremiath und schob eine Zechine über den Thresen. Dann besah er sich den besagten Jäger ersteinmal, um abschätzen zu können, ob dieser womöglich alles andere als in Gesprächslaune sein könnte.
Der Jäger saß, einen Humpen in der Hand haltend, an einem Tisch und seinem Blick nach zu urteilen war es nicht sein erster an diesem Tag.
Darauf hoffend, dass das Bier den Jäger redseelig machen würde, begab sich Jeremiath zu ihm. "Den Göttern zum Gruße, darf ich mich zu Euch setzen?", fragte er und setzte sich ihm gegenüber an den Tisch, ohne seine Antwort abzuwarten.
Der Jäger musterte Jeremiath einen Augenblick "Ihr seid bestimmt auch wegn dieser Sache mit den Ruinen hier." stellte er fest und musste sich dabei offenbar Mühe geben verständlich zu sprechen.
Jeremiath nickte bestätigend: "Das sind wohl alle Fremden, die dieser Tage in Euer Dorf kommen. Allerdings interessiert mich weitaus mehr, was es mit ihnen auf sich hat und nicht, ob ich irgendetwas in ihnen finde, was Profit verspricht. Ich schätze, darum geht es der Mehrheit."
"Ha! Der eine will dies, der andere das..und ich sitze hier und muss alle enttäuschen." er nahm noch einen großen Schluck aus seinem Humpen. "Ich habe keine Ahnung was das für Ruinen sind, ich weiß nur das ich mich von dort fernhalten werde...und ihr solltet das auch tun."
"Habt Dank für die Warnung, aber ich hörte, Ihr hättet sie bereits einmal aufgesucht?"
"Ja, weil ich es nicht besser wußte..." er blickte finster drein. "Hätte mir viel Leid ersparen können..."
"Was meint Ihr damit?"
"Wenn wir nicht dort gewesen wären, dann würde Alrik noch leben, das meine ich damit."
"Ich verstehe... Mein aufrichtiges Beileid", erwiderte Jeremiath so bedrückt klingend wie es ihm möglich war, angesichts der Tatsache, dass er diesen Alrik nicht kannte und es ihn entsprechend wenig kümmerte. "Darf ich fragen, was Euch bei den Ruinen widerfahren ist?"
"Eigentlich nicht sehr viel...wir sind dieser Fährte gefolgt und dann auf die Ruinen gestoßen. Als wir sie gerade betreten haben müssen wir eine Art Falle ausgelöst haben...Alrik war sofort tot, mich hat es um Haaresbreite verfehlt. Ich hab dann zugesehn dasich da wegkomme..."
"Eine Fährte, die zu den Ruinen führte?"
"Ja, direkt hinein. Aber fragt mich nicht was das für eine Fährte war, sowas hab ich noch nie gesehn."
"Genau das wollte ich gerade fragen, es muss ja wirklich eine ungewöhnliche gewesen sein. Wie sah sie denn aus?"
"Ungefähr so lang wie ein Menschenfuß und genauso breit, aber mit Krallen dran."
Jeremiath blickte für einen Moment nachdenklich zur Seite und schüttelte dann den Kopf. "Nein, davon habe ich auch noch nie etwas gelesen." Sein Blick schweifte durch den vollen Schankraum. "Und wisst Ihr, ob einer von all denen, die von den Ruinen hörten und deswegen hier her kamen, tatsächlich schon so verrückt war, dorthin zu gehen?"
"Ha! Nein und ich glaube die meisten sind auch zu feige dazu. Erst waren sie alle drauf und dran sofort loszustürmen, aber seid sie das mit Alrik gehört haben sitzen sie lieber hier und trinken Bier."
"Das klingt auch vernünftiger... Wenn bereits der Eingang mit derart tödlichen Fallen versehen ist, ist es der Rest wohl auch. Ist Euch in der Umgebung der Ruinen denn etwas ungewöhnliches aufgefallen, abgesehen von den krallenbesetzten Spuren?"
"Ihr meint, außer das dort mitten im Wald Ruinen sind? Nein...außer das die ruinen wohl schon recht alt sind kann ich euch nicht viel darüber sagen."
"Das verwundert mich ja daran. Seid Ihr bisher nie in diesem Teil des Waldes gewesen, dass diese Ruinen erst jetzt entdeckt wurden?"
"Nein, so tief im Wald waren wir nie. Es gab immer genug Wild...warum also weite Wege gehen?"
"Appropos Wild, man sagt ja, Tiere hätten ein ganz eigenes Gespür für Gefahren... Gab es denn in der Nähe der Ruine außer der unbekannten Fährte andere Spuren? Oder schien es Euch, als würden die Tiere diesen Ort ebenfalls meiden?"
"Ihr kennt euch aus, was? Nein es gab nur sehr wenige Spuren dort."
"Wie gesagt, ich versuche, in Erfahrung zu bringen, was es damit auf sich hat. Beim Darübernachdenken stellt man sich nur alle möglichen Fragen... Von denen ich Euch nun wohl mehr als genug gestellt habe. Habt Dank für Eure Zeit, guter Mann."
"Schön wenn icheuch helfen konnte."
"Das konntet Ihr. Lebt wohl", verabschiedete sich Jeremiath und verließ den Tisch. Er durchquerte die Taverne langsam in Richtung Ausgang und versuchte dabei, etwas von den laufenden Gesprächen aufzuschnappen. Der junge Anwärter bezweifelte, dass Hochmeister Elowin sich mit einem "In dem Wald wurden unbekannte Spuren und eine mit Fallen gespickte Ruine gefunden" begnügen würde. Das wusste er vermutlich schon von den Gerüchten, die er gehört hatte.
Die meisten Gespräche drehten sich um das, was Jeremiath gerade gehört hatte, offenbar wußten die anderen auch nicht mehr.
Jeremiath versuchte zu erkennen, ob es unter den Tavernengästen eine Gruppe gab, die so aussah, als hätte sie ernsthaftere Absichten, sich die Ruinen aus der Nähe anzusehen, anstatt nur Bier zu trinken.
Jede der Gruppen inder Taverne sah aus, als könnten sie in Erwägung ziehen bald loszuziehen, aber es gab auch niemanden der nicht einen Humpen vor sich stehen hätte.
Das half ihm natürlich nicht weiter. Daher setzte er sich fürs erste an einen der Tische und notierte sich die Dinge, die er von dem Jäger erfahren hatte, in seinem Tagebuch. Dabei ließ er sich Zeit und ließ den Blick immer wieder durch den Raum schweifen, um zu sehen, ob eine der Gruppen vielleicht aufhörte, mehr Bier zu bestellen und sich anschickte, aufzubrechen. Ansonsten würde er warten, bis der Holzfäller aus dem Wald zurückkehrte und sehen, ob er von ihm noch etwas erfahren würde.
Während er sich umsah, kam es ihm plötzlich so vor als ob er selbst beobachtet würde.
Sonderlich ungewöhnlich kam ihm das allerdings nicht vor, schließlich war die Taverne voll und er selbst im Gegensatz zu den meisten anderen nicht am Biertrinken in einer Gruppe. Er versuchte, sich den Eindruck, beobachtet zu werden, nicht anmerken zu lassen.
Bevor er sich weitere Gedanken darüber machen konnte, stand eine junge Frau vor ihm, offensichtlich eine Schankmaid. "Darf ich euch etwas bringen?" fragte sie freundlich.
Jeremiath sah von seinen Notizen auf und nickte der Frau freundlich zu. "Etwas zu trinken bitte, aber nichts starkes."
"Sehr gerne." und kurz darauf stand ein gefüllter Bierhumpen vor ihm. "Das macht eine Zechine."
"Habt Dank", erwiderte Jeremiath und reichte ihr die geforderte Münze. Dann trank er auch direkt einen Schluck, das Gerede hatte doch etwas durstig gemacht. Danach wandte er sich wieder seinen Notizen und dem Beobachten zu.
Als er sich gerade wieder seinen Notizen zugewandt hatte, wurde ein weiterer Bierhumpen mit ziemlicher Wucht auf seinen Tisch gestellt. "Ihr scheint klug zu sein." begrüßte in eine offenbar recht junge Orkfrau und setzte sich ihm gegenüber an den Tisch.
Reflexartig zog Jeremiath sein Tagebuch etwas zurück, damit es keine Bierspritzer abbekam. "Wie kommt Ihr darauf?", erwiderte er.
"Ihr stellt kluge Fragen... und ihr schreibt." die Orkfrau bedachte das Tagebuch mit einem kurzen Blick.
Jeremiath tippte sich mit dem Kohlestift gegen die Schläfe: "Vorallem, weil ich zum Vergessen neige... Dafür ist mir entgangen, dass Ihr zugehört habt."
Die Orkfrau grinste ihn an, was bei ihrem Gebiss durchaus ein wenig bedrohlich wirkte. "Ihr müsst aufmerksamer sein."
Der angehende Magier klappte sein Tagebuch zu und legte den Stift daneben, um nicht abweisend zu wirken. "Nun, da Ihr gehört habt, was ich gesagt habe, habt Ihr Euch wohl nicht ohne Grund zu mir gesetzt", stellte er fest.
"Ihr wollt zu den Ruinen." stellte sie fest. "Warum?"
"Um herauszufinden, was es mit ihnen auf sich hat. Wer sie erbaut hat, warum sie sie mitten im Wald erbaut haben, warum sie derart mit Fallen gesichert sind... Es reicht mir nicht, nur zu wissen, 'da sind Ruinen im Wald'."
Die Orkfrau nickte "Gut. Dann kommt ihr mir nicht in die Quere."
"Warum, was ist denn Euer Interesse an den Ruinen? Ihr Inhalt?"
"Ich jage das Tier dessen Spuren sie entdeckt haben."
"Wisst Ihr denn, was es für eines ist? Der Jäger schien die Spuren nicht einordnen zu können."
Die Orkfrau schüttelte den Kopf:"Nein aber ich werde es erlegen." sie schin nicht die geringsten Zweifel daran zu haben.
Jeremiath nickte ihr zu: "Dann wünsche ich euch gute Jagd. Bei der ich Euch garantiert nicht in die Quere kommen werde... Auch, wenn mich durchaus interessieren würde, was für ein Tier es ist."
"Ihr könnt meine Trophäen bestaunen wenn ich zurückkehre." meinte sie grinsend und trank einen großen Schluck aus ihrem Humpen.
"Das werde ich gern tun", erwiderte der angehende Magier grinsend. Dann ließ er einmal wieder einen kurzen Blick durch den Raum schweifen.
Gerade betrat eine junge Huyal die Taverne, ansonsten bot sich ihm das bereits bekannte Bild von trinkenden und lamentierenden Abenteurern.
"Ihr scheint die einzige zu sein, die wirklich vorhat, mehr zu tun als nur herumzusitzen", stellte Jeremiath fest.
"Umso besser." grinste die Orkfrau. "Dann stört mich wenigstens niemand."
"Wann wollt Ihr denn aufbrechen?"
Sie lehrte ihr Bier "Jetzt." verkündete sie, stellte den leeren Krug ab udn erhob sich.
Jeremiath trank seinerseits noch einen Schluck aus seinem Krug, im Gegensatz zu der Orkfrau aber nur einen kleinen. "Ich sehe Euch dann, wenn Ihr Eure Trophäen präsentiert", verabschiedete er sie.
Sie schulterte ihren Bogen und verließ die Taverne, Jeremiath hatte den Endruck das sie sich wirklich auf diese Jagd freute.
Er bezweifelte allerdings, dass sie so erfolgreich sein würde, wie sie dachte. Aber so verrückt war er natürlich nicht gewesen, ihr das ins Gesicht zu sagen. Während er seine angefangenen Notizen fertigstellte und sich wieder im Raum umsah, stellte er fest, dass er keinen Deut besser war, als die, die er beobachtete. Auch er wartete nur hier in der Taverne, das irgendetwas passierte.
Es passierte jedoch auch weiterhin schlicht und einfach nichts.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 8:46 pm

Im Verlauf der Zeit, in der einfach nur nichts passierte, trank Jeremiath nach und nach seinen Humpen leer. Als er beim nächsten Zug nur noch einen lauwarmen Tropfen erhielt, bemerkte er diesen Umstand auch endlich. Hilfsbereit, wie Jeremiath war, beschloss er kurzerhand, den leeren Humpen zum Thresen zurückzubringen und der Schankfrau den Weg zu ersparen.
Der freie Platz am Tresen den er ansteuerte stellte sich jedoch als garnicht so frei heraus. Denn dort stand eine Huyal, die er aufgrund ihrer Größe bisher schlicht nicht hatte bemerken können. Offensichtlich war sie mit einem weiteren Tavernengast im Gespräch, in das Jeremiath mehr oder weniger hereinstolperte.
"Jaja, die Ruinen. Vielleicht hat er ihn einfach umgebracht, ja. Vielleicht ist ja aber auch etwas dran an diesem... Wie nannte er es doch gleich..." Sie wollte sich auf keinen Fall anmerken lassen, dass sie keine Ahnung hatte, was genau die Gerüchte besagten. Das herauszufinden war sie ja hier!
"Menschenfuß mit Krallen", vollendete ein junger Mann, der sich mit einer einfachen Robe und ohne sichtbare Ausrüstung von den Abenteurern unterschied, den Satz. Einen Bierhumpen trug aber auch er in der Hand, den er mit einem "Entschuldigt, einen Moment" kurzerhand über Tiaval hinweg auf dem Thresen abstellte.
"Das klingt wie ein Ammenmärchen, den Holzfäller hat auch noch niemand hier gesprochen, vermutlich ist der auch tot." erklärte der Mann überzeugt.
Tiaval war etwas irritiert über diese Behandlung, aber sie ließ sich nichts anmerken. "Jaja, genau, der Menschenfuß mit... Krallen?!" Was war das denn für eine Geschichte?
"So hat der zurückgekehrte Jäger die Spuren zumindest beschrieben. Lang und breit wie der Fuß eines Menschen, aber mit Krallen. Führten direkt in die Ruine hinein." Anscheinend reichte ein Bier, um Jeremiath gesprächiger gegenüber Fremden zu machen.
"Das ist ja..." Tivial nahm einen tiefen Schluck aus ihrem Krug. "Also, das wusste ich ja. Und hat da denn keiner nachgeguckt?"
"Doch, zwei Jäger", entgegnete Jeremiath. "Von denen einer beim Betreten der Ruine von einer Falle getötet wurde, wenn man dem zurückgekehrten zweiten Glauben schenkt."
"Eine Falle, so so..." Tivial nahm einen weiteren Schluck. Dieser Krug war ganz schön groß, viel größer als die zu Hause... "Aber der kann doch auch seinen Freund umgebracht haben, richtig?" Sie sah sich zu dem Mann um, der genau diese These zuvor aufgebracht hatte.
"Das ist jedenfalls wahrscheinlicher als irgendwelche Ruinen und unbekannte Spuren." erklärte der Angesprochene.
"Klingt mir nach etwas viel Fantasie, um einen Mord zu vertuschen. So viele wie durch die Gerüchte hier hergekommen sind um..." Jeremiath sah sich noch einmal um, bevor er den Satz fortführte: "... Bier zu trinken, da würde es irgendwann auffliegen, wenn es weder Spuren noch Ruinen gäbe."
Tivial sah zwischen den beiden Männern hin und her. Sie hatte das Gefühl, dass sie über ihren Kopf hinwegredeten, was sie ja tatsächlich taten. Sie nickte verständig. "Oh ja, das ergibt viel Sinn! Da ist bestimmt irgendetwas da draußen!"
"Ja, wenn jemand aufbrechen würde um sich das Ganze anzusehehen, dann könnte es wohl auffliegen. Aber seht ihr hier jemanden der etwas anderes vorhat als Bier zu trinken?"
"Nein, auch, wenn ich schon den ganzen Tag nach so jemandem Ausschau halte. Die einzige die mehr tun will als Biertrinken war die Orkjägerin, die vorhin hier rausmarschiert ist. Aber die interessiert sich nur dafür, das ominöse Tier zu erlegen, nicht für die Ruinen, wie es aussieht", erwiderte Jeremiath und seufzte.
Das Bier gluckerte wohlig in Tiavals Bauch, als sie einen weiteren Schluck nahm. Sie fühlte sich bereit, endlich ihr erstes Abenteuer zu beginnen, von dem sie in der Ausbildung so oft geträumt hatte! "Ich machs!", sagte sie mit etwas schwererer Zunge, als ihr lieb war.
"Tut das, ich werde derweil weiterziehen und mich nach echten Abenteuern umsehen." der Mann leerte seinen Humpen und erhob sich.
Jeremiath sah zu der Huyal herunter. "Dann solltet Ihr zumindest den Jäger, der da hinten in der Ecke sitzt" - Jeremiath deutete in die entsprechende Richtung - "fragen, wo ihr hin müsst. Die Ruinen liegen wohl tief genug im Wald, das bisher niemand darüber gestolpert ist."
"Na ja, außer dem Jäger natürlich", kicherte Tiaval. Dann riss sie sich wieder zusammen und guckte betont ernst zu der Gestalt hinüber. "Ja, den werde ich befragen!", erklärte sie entschlossen.
"Tut das, ich warte vor der Taverne", antwortete Jeremiath. Das war eine gute Gelegenheit, einen Happen aus seinem Proviantpaket zu essen. In der Taverne verkniff er sich das mal lieber.
"Oh, äh, ja..." Irgendwie hatte Tivial damit gerechnet, dass der Fremde mit ihr mitkommen würde. Aber sie war ja eine ausgebildete Kundschafterin, sie war diese Aufgabe natürlich gewachsen! Sie tank den letzten Schluck aus ihrem Krug und ging, so gerade wie möglich, zu dem Jäger hinüber.
Der Jäger beäugte sieüber den Rand seines Humpens hinweg:"Noch jemand der meine Geschichte hören will?" Es klang ganz danach als würde er den ganzen Tag nichts anderes tun als eben jeden Geschichte zu erzählen.
"Ähm, ja, die Geschichte, wie Ihr Euren Freund umgebracht habt." Tiaval runzelte die Stirn. Nein, das war doch irgendwie anders gewesen, oder? Wieso fiel es ihr nur gad so schwer, einen klaren Gedanken zu fassen?
Der Jäger verzog das Gesicht zu einer Grimasse:"Wie viel habt ihr getrunken? Geht und kommt wieder wenn ihr nüchtern seid..."
"Aha! Ihr wollt also nicht darüber sprechen!" Tiaval war auf einer Fährte, das spürte sie genau.
"Verschwindet, sonst mache ich euch Beine."
"He! Ich bin vielleicht klein, aber ich habe sehr wohl schon Beine!"
Der Jäger schien sich entschlossen zu haben Tiaval zu ignorieren, denn er wandte sich wieder seinem Humpen zu.
"Euer Schweigen... sagt... nein, es spricht... aber das ist doch Quatsch... Also, ich weiß bescheid!", deklarierte Tiaval und ging rückwärts Richtung Ausgang, während sie den Jäger drohend im Blick behielt.
Der Jäger würdigte sie keines weiteren Blickes und Tiaval wäre beim rückwärtsgehen um ein Haar mit einem anderen Tavernengast zusammengestoßen, doch dieser wich zum Glück rechtzeitig aus.
Nachdem sie zunächst gegen den Pfeiler neben der Eingangstür gestoßen war, kam Tiaval mit schmerzendem Hinterkopf aus der Taverne heraus und sah sich um.
"Und, habt Ihr in Erfahrung bringen können, in welche Richtung wir müssen?", erkundigte sich Jeremiath, der zwischenzeitlich etwas gegessen hatte.
"Richtung?" Verdammt, das hatte sie ganz vergessen. Aber sie wollte sich das nicht anmerken lassen, sie war doch Kundschafterin! In ihrem Kopf formten sich die wirbelnden Gedanken zu einem Plan, dieses Verfehlen zu vertuschen: Sie musste einfach so tun, als hätte sie die Richtung erfahren! "Natürlich! Wir müssen... da lang!" Aufs Geratewohl zeigte sie in irgendeine Richtung.
"Gut, diese Frage hatte ich nämlich völlig vergessen zu stellen", gab Jeremiath zu, als sein Blick ihrer Wegweisung folgte, die wenig überraschenderweise in Richtung Wald gerichtet war. "Gut, gehen wir diesen Gerüchten mal auf den Grund... Nach Euch, Ihr seht mir mit eurem Bogen kundiger aus, als ich."
Tiaval nickte entschlossen und griff ihren Bogen etwas fester. Sie brauchte gerade etwas, um sich daran festzuhalten. Dann ging sie sehr bestimmt, wenn auch etwas schwankend, Richtung Wald.
Jeremiath folgte der Huyal. Im Gegensatz zu ihm wusste sie ja, wo sie lang mussten!
Da der Waldrand nicht weit entfernt lag, war dieser schnell erreicht. Das erste was ihnen auffiel war ein breiter Pfad, der in den Wald hineinführte.
"Mh..." Die Gedanken, die in Tiavals Kopf herumwirbelten waren offenbar viel aufmerksamer und kreativer als ihre normalen, ruhigeren Gedanken. "Der Pfad da! Den geht doch sicher jeder, oder? Dann können wir da die Ruinen doch gar nicht finden! Ha!" Tiaval war sehr zufrieden mit dieser Schlussfolgerung.
"Der Einschätzung bin ich auch... Viel interessanter ist ja aber, wohin wir stattdessen müssen", erwiderte Jeremiath.
"Ja, das stimmt wohl." Tiaval überlegte. "Oh, das weiß ja ich!" Gut, dass ihr das wieder eingefallen war. "Dort entlang!" Wieder zeigte sie in eine beliebige Richtung.
Diesmal zeigte sie rechts neben dem Pfad in den Wald.
Zielsicher, oder zumindest sicher, jedenfalls stapfte sie los ins Unterholz.
Es dauerte nicht lange und sie hatten irgendein größeres Tier aufgescheucht. Doch was auch immer es für ein Tier war, es zog eine Flucht offenbar vor und preschte lautstark durchs Unterholz davon.
"Sind wir auf dem richtigen Weg?", fragte Jeremiath von den Geräuschen verunsichert.
"Ja, absolut!" Tiaval hatte ein Hoch, sie war überzeugt, dass ihr nichts misslingen konnte. Ihr erstes richtiges Abenteuer, und es lief richtig gut! Begeistert stiefelte sie weiter.
Plötzlich wurde das Unterholz weniger und sie erreichten eine kleine Lichtung im Wald.
Jeremiath sah sich auf dieser um. Es behagte ihm nicht, wie auf dem Präsentierteller zu sein. Vom Waldrand aus konnte man sie auf der Lichtung sehen, sie aber nicht in den Wald hinein. "Wie weit ist es eigentlich noch?"
Tiaval sah sich ebenfalls auf der Lichtung um, die wirklich sehr behaglich aussah. "Wie weit? Keine Ahnung... Ich weiß ja nur die Richtugn!" Sie kicherte.
Jeremiath nickte, diese Antwort war zwar nicht sonderlich befriedigend, aber ohne die Huyal hätte er sich vermutlich schon längst verlaufen.
Plötzlich wurden die Gedanken in Tiavals Kopf müde, genauso wie ihre Beine. Sie war ja auch schon lange unterwegs heute, gerade erst in diesem Dorf angekommen... Sie ließ sich auf den Boden plumpsen. "Wir sollten rasten", verkündete sie.
"Jetzt schon? Hier?", fragte Jeremiath verwundert. "Wir sind doch praktisch gerade erst losgelaufen!"
"Huh..." Die Lichtung schien sich langsam un Tiaval zu drehen. "Ist es wirklich noch zu früh?"
"Wenn wir heute noch die Ruine erreichen und vor Abend zurück im Dorf sein wollen, ist es noch zu früh zum Rasten, würde ich sagen, ja."
Widerwillig erhob sich Tiaval und schaute sich schwankend um. Mist, jetzt hatte sie vergessen, aus welcher Richtung sie gekommen waren. "Na gut, dann weiter!" Sie marschierte auf gut Glück los.
Jeremiath folgte wie gehabt der erfahrenen Kundschafterin, die den Weg kannte.
Wieder ging es durch das Unterholz, doch auch diesmal lichtete sich der Wald bald wieder und sie erreichten einen breiten Pfad.
"Mh, das kann ja nicht richtig sein. Wir müssen hier einmal rüber", kommandierte Tiaval und ging quer über den Pfad.
"Hätten wir dann nicht gleich dem Pfad folgen und hier abbiegen können?", fragte Jeremiath skeptisch.
Da war was dran. Tiaval sah sich um. Inzwischen war sie schon selbst überzeugt, dass sie wusste, in welche Richtung sie mussten. "Nein, das ist ein anderer Pfad", erklärte sie.
"Und wo kommt der her? Ich habe nur den einen gesehen, der in den Wald führt."
"Ja, und das hier ist ein anderer." Ungeduldig lief Tiaval weiter zwischen die Bäume.
"Das sagtet Ihr bereits", stellte Jeremiath fest, während er ihr folgte. "Aber von wo aus?"
"Woher soll ich das wissen? Ich habe nicht nach einer Karte gefragt, sondern nach der Richtung."
"Verstehe", erwiderte Jeremiath skeptisch.
Bald hörten sie Geräusche in der Nähe, ein regelmäßiges, dumpfes Schlagen.
"Mh, sind hier viele Baumfäller im Dorf?", fragte Tiaval ihren Belgeiter, der ja schon vor ihr im Dorf gewesen war und deshalb viel mehr über es wissen musste.
"Das weiß ich nicht, aber einer der Holzfäller hat zumindest die Spuren gefunden. Also, laut dem Jäger."
"Aber die anderen nicht. Also..." Tiaval dachte angestrengt nach. "...sollten wir zu ihnen gehen und sie fragen, wo sie NICHT arbeiten!"
"Hä?!", war alles, was Jeremiath nach längerem Nachdenken über diese Aussage hervorbrachte. Dann setzte er noch ein weniger tölpelhaftes "Können wir nicht einfach die Ruine aufsuchen und uns DORT umsehen?" nach
Tiaval dachte darüber nach. "Das ergibt doch keinen Sinn, das machen doch sicher alle. Wir sollten etwas ganz anderes versuchen!"
"Unser Ziel war es doch, die Ruine aufzusuchen, was wollt Ihr denn jetzt plötzlich anderes versuchen?"
"Ich habe unseren Plan eben verbessert! Wenn sich eine Gelegenheit bietet, sollte man sie ergreifen!"
"Würdet Ihr mich in Euren Plan zumindest einweihen?", fragte Jeremiath, allmählich etwas genervt.
"Das habe ich doch gesagt! Wir fragen die Holzfäller, wo sie nicht arbeiten! Da muss dann ja was sein!" Verstand dieser Kerl denn gar nichts?
"Dazu müssten wir erstmal die Holzfäller finden, die vermutlich erst am Abend zurückkommen. Was auch wir könnten, wenn wir nicht weiter Zeit vergeuden würden. Wir sind wegen der Ruine hier, nicht wegen irgendwelcher anderen Orte, an denen niemand arbeitet und an denen vielleicht auch irgendetwas sein könnte!"
"Aber man hört sie doch!", wies Tiaval auf das Schlagen hin, das regelmäßig durch den Wald hallte.
Jeremiath lauschte in den Wald hinein, bis er es auch hörte. "Ah, sagt das doch... Gut, fragen wir sie."
"Wunderbar!" Mit neu erstarktem Tatendrang ging Tiaval den Geräuschen entgegen.
Jeremiath sah noch einmal den Pfad entlang und überlegte, die anscheinend verwirrte Huyal stehen zu lassen. Schließlich folgte er ihr aber doch.
Bald erreichten sie die Holzfäller, sie waren zu dritt und sie beäugten die beiden Neuankömmlinge mißtrauisch. "ihr seid wegen dieser Ruinen hier, stimmts?" meinte dann einer der drei.
"Nein, gar nicht!", erklärte Tiaval stolz. "Wir wollen wissen, wo Ihr nicht arbeitet!" Strahlend sah sie die Männer an.
Jeremiath schüttelte seufzend den Kopf. "Was sie damit sagen will, ist, dass wir uns gefragt haben, welche Bereiche des Waldes alles von Euch und den Jägern gemieden werden... Dass an einer dieser Stellen etwas gefunden würde wirft die Frage auf, ob im restlichen Wald auch etwas ist."
"Wir arbeiten meistens nicht sehr tief im Wald, Bäume gibt es schließlich überall." er sah sich mit bedeutungsvollem Blick um. "Aber falls ihr doch auf der Suche nach den Ruinen sein solltet, dann müsst ihr in diese Richtung weiter." die Worte wurden von einer entsprechenden Geste begleitet.
Tiaval blickte dem ausgestreckten Finger nach. "Was sind das eigentlich für Ruinen?"
"Keine Ahnung, ich war nicht dort."
"Warum weiß denn jeder hier, dass dort Ruinen sind, aber niemand war je dort? Das ist doch sehr merkwürdig!"
"der Jäger sagte da dort Ruinen sind und warum sollte ich ihm das nichtglauben?" entgegnete der Holzfäller.
Jeremiath seufzte abermals. "Gehen wir einfach selbst nachsehen..."
Tiaval hielt das für eine gute Idee. Wer weiß, am Ende gab es gar keine Ruinen, und vielleicht hatte es auch den Jäger überhaupt gar nie gegeben! Entschlossen nickte sie, wobei ihr nun aber etwas schwummerig wurde. "Dann... gehen wir mal."
Da er das Herumgeeier der Huyal Leid war und nun endlich selbst eine Richtung kannte, stiefelte Jeremiath dieses Mal vornweg.
sie kamen recht gut und vor allem ungestört voran, allerdings wurde der Wald mit der Zeit dichter und es war darum garnicht so einfach, die Richtung zu halten.
Insbesondere Tiaval fiel es zunehmend schwer, überhaupt zu gehen, geschweige denn gerade. Mühsam stapfte sie hinter dem Mann hinterher, den sie vor sich manchmal mehr als verschwommener Schatten sah denn als Gestalt.
"Gehen wir noch in die richtige Richtung?", wollte sich Jeremiath versichern, während er versuchte, nicht zu weit zur Seite abzudriften.
Tiaval überlegte. Wenn sie immer diesem Mann nachlief, wie hieß der eigentlich nochmal, dann konnte sie selbst ja wohl kaum etwas falsch machen. Zaghaft nickte sie, denn inzwischen dröhnte ihr Kopf doch merklich.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 8:55 pm

Sie marschierten eine ganze Weile weiter und begannen bereits sich zu fragen ob die Richtung noch stimmte, als der Wald sich wieder etwas lichtete und sie vor sich tatsächlich Ruinen erkennen konnten.
"Den Göttern sei Dank", stieß Jeremiath aus, als die Ruinen in sein Sichtfeld fielen. "Ich hatte schon geglaubt, wir wären doch falsch gelaufen... Ihr versteht Euch besser auf sowas, als ich, könnt Ihr irgendwelche frischen Spuren entdecken? Vorallem irgendwas in Richtung Menschenfuß mit Krallen?"
Mühsam, aber erleichtert ließ Tiaval sich auf alle Viere nieder und kroch auf dem Boden herum. Das hatte sie zwar anders gelernt, aber es tat gerade sehr gut. Trotzdem bemühte sie sich, gewissenhaft den Boden nach verdächtigen Spuren abzusuchen.
Spuren konnte sie zwar keine entdecken, bei einem Blick in die Ruinen bemerkte sie jedoch etwas anderes. Goblins...tote Goblins die offenbar den hiesigen Fallen zum Opfer gefallen waren. Eine Spur aus toten Goblins, insgesamt waren es fünf, zog sich bis zum zentralen Gebäude der Ruinen.
Mit einem winkenden Arm deutete sie auf die Spur, während sie sich gleichzeitig, überwältigt von diesem Anblick und dem Alkohol, ins Gras vor sich übergab.
Der Anblick versetzte Jeremiath in Skepsis, ob es eine gute Idee war, hierhergekommen zu sein. Mit seinen mangelhaften Kenntnissen kniete sich der angehende Magier neben den vordersten der toten Goblins und besah sich den Körper, um herauszufinden, woran genau er gestorben war.
Besondere Kenntnisse waren hier nicht nötig, der Goblin war ganz offensichtlich einem aus dem Boden hervorschnellenden, dicken Speer zum Opfer gefallen, der immer noch in der Leiche steckte.
Jeremiath sah sich nach einem langen Stock oder Ast um.
Tiaval hatte sich wieder etwas erholt, und auch ihr Kopf wurde wieder ein wenig klarer. Erschrocken sah sie die toten Goblins. Das könnte gefährlich werden! Warum waren sie nur hergekommen? Sie rappelte sich auf und spähte, ihren Bogen umklammernd, ängstich umher.
Ein entsprechender Ast war schnell gefunden, nur wenige Meter vor den Ruinen lag ein solcher gut sichtbar am Waldboden.
Mit diesem stocherte Jeremiath nun immer schräg vor sich im Boden herum, bevor er dann einen ebenso schrägen Schritt nach vorn machte. So hoffte er im Zweifelsfall eine Wurfgeschossfalle nicht frontal abzubekommen, sondern sie seitlich an sich vorbeifliegen zu lassen, während er gleichzeitig einen Schritt in vermeintlich sicheres Gebiet tat. Mit dieser zick-zack-Taktik bewegte er sich langsam von Goblin zu Goblin, um herauszufinden, welchen Fallenarten sie zum Opfer gefallen waren.
Vorsichtig folgte Tiaval ihm, um nicht alleine zurückzubleiben.
Er hatte etwa den halben Weg bis zum zentralen Gebäude hinter sich gebracht und festgestellt, das zwei weitere Goblins offenbar weniger klug als er gewesen waren, den sie waren mit Pfeilen gespickt. Dann jedoch schoß plötzlich aus einer Wand neben ihm ein Speer hervor und verletzte in schwer (5 Schaden)
Jeremiath stieß einen kurzen, aber lauten Schmerzensruf aus, bevor er seinen Arm vor sein Gesicht bringen und den Rest des Schreies mit seiner Armbeuge abschwächen konnte. Mit der anderen Hand hielt er sich die Wunde. Mit verklärtem Blick sah er zur Seite und versuchte zu begreifen, was überhaupt gerade geschehen war.
Auch Tiaval schrie erschrocken auf, als ihr Begleiter plötzlich offenbar aus einem Hinterhalt heraus angegriffen wurde. Reflexartig riss sie ihren Bogen nach oben.
Nach kurzem Umsehen fand Jeremiath den Speer mit der blutigen Spite, dem er die Schmerzen zu verdanken hatte. Da er dem Stock dahingehend nicht vertraute, hob er stattdessen den Speer auf und stütze sich an diesem mit einer Hand ab, während er die andere nach wie vor auf die Wunde presste. "Ihr habt doch sicher Verbände dabei!", presste er hervor.
"Nein, habe ich nicht!", rief Tiaval, während sie entsetzt und mit weiterhin erhobenem Bogen auf die Wunde starrte.
"Sonst irgendetwas hilfreiches?", hakte Jeremiath nach.
"Nein, ich fürchte nicht!" Sie war ja auch Kundschafterin, nicht Heilerin.
Jeremiath stöhnte gequält. Diese Huyal war vermutlich die unvorbereitetste Gefährtin, mit der er hierhin hätte aufbrechen können. "Geht Ihr vor", presste er hervor. "Ihr seid kleiner und schwerer zu treffen..." Nicht, dass das nicht auch auf die Goblins zutreffen würde, aber egal.
"Öööh..." Tiaval war von dieser Idee nicht ganz überzeugt, dennoch griff sie sich den Stock, der zwar schon zuvor nicht funktioniert hatte, aber dennoch ein Gefühl von Sicherheit spendete. Vorsichtig bahnte sie sich weiter ihren Weg entlang der Goblinspur.
Jeremiath wartete erstmal an Ort und Stelle und versuchte, sich auf den Beinen zu halten.
Sie erreichten das zentrale Gebäude ohne weitere Zwischenfälle. Im Inneren lagen zwei weitere tote Goblins und an der rückwärtigen Wand des einzigen Raumes stand eine Art kleiner Altar.
Tiaval spähte ins Innere in der Hoffnung erkennen zu können, wie diese beiden Goblins ums Leben gekommen waren.
"Lebt Ihr noch?", rief Jeremiath in Richtung des Gebäudes.
Wie es schien waren beide Goblins von herabfallenden Steinen erschlagen worden.
Tiaval versuchte, über ihnen zu erkennen, ob dort noch weitere Steine lauerten.
Anscheinend war auch sie einer Falle zum Opfer gefallen, schlussfolgerte Jeremiath aus dem Ausbleiben einer Antwort. Aber da sie problemlos bis zur Ruine gekommen war, humpelte Jeremiath auf demselben Weg hinterher. Er konnte sich das Gebäude ja zumindest von draußen ansehen.
Sie erkannte lediglich eine geschickt angebrachte Vorrichtung, aus der die Steine wohl herabgefallen waren und diese Vorrichtund schien un keine weiteren Steine mehr zu beinhalten
"Hier drin scheinen die Fallen bereits ausgelöst zu sein", rief Tiaval zurück und betrat das Gebäude.
Nicht gänzlich sicher, ob seine Erleichterung darüber, dass die Huyal offenbar doch noch am Leben war, ehrlich oder nur moralisch verpflichtend war, setzte auch Jeremiath einen Fuß in das Gebäude und sah sich um. "Ich wette, zwischen hier und dem Altar sind auch noch Fallen..."
"Bestimmt!" Vorsichtig schlich Tiaval zu den beiden Leichen. Die Chance war groß, dass die beiden den gleichen Weg genommen hatten, hier also keine Fallen mehr auszulösen waren.
Sie erreichte unbeschadet die beiden toten Goblins.
"Wir könnten einen der Goblins werfen, damit er die restlichen Fallen abbekommt", schlug Jeremiath auf den Speer gestützt vor. Wobei er mit "wir" eigentlich Tiaval meinte.
Wenig überzeugt betrachtete Tiaval die beiden Leichen und den verletzten Jäger. "Vielleicht sollten wir sie erstmal durchsuchen."
"Nur zu", dachte Jeremiath und wollte die Huyal bitten, das zu übernehmen. Andererseits vertraute er ihr nicht, dass sie das Gefundene gerecht teilen würde, weshalb er sich einen der Goblins doch selbst vornahm. Er war froh, dass er den Speer als Stütze mitgenommen hatte, das erleichterte das Bücken und Aufstehen etwas.
Die Goblins hatten, außer einigen Münzen, nichts interessantes bei sich (Tiaval +5 Zechinen, Jeremiath +3 Zechinen)
"Wieso sind die so unvorbereitet hergekommen?", überlegte Tiaval laut.
"Sind wir etwa besser vorbereitet?", erwiderte Jeremiath. "Appropo Vorbereitung, wie kommen wir da rüber, ohne uns sicher zu sein, dabei vermutlich draufzugehen?"
"Mh, gute Frage. Vielleicht können wir am Rand entlangschleichen? Da gibt es vermutlich weniger Fallen."
"Vermutlich, die meisten würden wohl geradeaus den Raum durchqueren... Wir sollten trotzdem einen der Goblins voraus... Ich habs!" Jeremiath hörte auf, sich auf den Speer zu stützen und drehte ihn, so dass er mit der Spitze nach unten zeigte. Genauer gesagt auf einen der toten Goblins. "Warum einen Goblin vor sich her werfen, wenn man ihn wie einen Mopp vor sich her schieben kann?"
"Das ist eine gute Idee!" Begeistert stupste Tiaval den anderen Goblin mit ihrem Bogen an.
Sie erreichten den Altar ohne dabei eine weitere Falle auszulösen. Auf dem Altar hatte sich scheinbar bis vor kurzem ein Gegenstand in einer Art Halterung befunden, war jedoch mit offenbar roher Gewalt aus dieser entfernt worden.
"Das zum Thema dass hier sonst noch niemand hergegangen ist", brummte Jeremiath missmutig.
"Aber wie ist derjenige bis zum Altar gekommen? Hat er zu den Goblins gehört?"
Jeremiath deutete auf die Halterung: "Haben die so viel Kraft?"
Tiaval zuckte mit den Schultern. "Vielleicht war er auch schlau, hat die Goblins reingeschickt um die Fallen auszulösen und ist dann selbst einfach reinmarschiert."
"Oder jemand war wie wir nach den Goblins hier...", erwiderte Jeremiath etwas abgelenkt. Er untersuchte gerade den Altar und die Wände genauer, um Hinweise zu finden, wer diese Ruinen überhaupt erbaut haben könnte oder welchem Zweck sie gedient haben.
Das einzige was er feststellen konnte war, das die Ruinen scheinbar schon recht alt waren wenn er nach dem Grad des Verfalls ging.
Wenig zufrieden mit dieser Erkenntnis ging er auf demselben Weg wieder aus dem Gebäude heraus, wie sie hineingekommen waren. Den Speer nahm er - ohne den zwischenzeitlich daran aufgespießten Goblin - wieder mit. "Könnt Ihr hier Spuren von wem anderes als uns und den Goblins sehen?"
"Fest steht jedenfalls, jemand war kürzlich hier! Und ist offenbar nicht dem mysteriösen Monster begegnet, das den Freund des Jägers getötet haben soll." Tiaval folgte ihm hinaus und betrachtete unter Berücksichtigung dieser neuen Erkenntnis die Umgebung.
"Appropo Freund des Jägers, der meinte, dass sein Freund am Eingang der Ruine von einer Falle getötet wurde... Habt ihr neben den Goblinleichen auch eine menschliche Leiche gesehen?" Und appropo Goblinleichen, da lagen unterwegs ja auch noch ein paar herum, die Jeremiath nun nocheinmal näher untersuchen ging. Oder besser gesagt ihre Taschen.
Er hatte sich gerade zur ersten Goblinleiche herabgebückt,diedirekt vor dme Eingang lag, als ihn ein lautes Kreischen unterbrach. Dort wo sie selbst die Ruinen betreten hatten standen zwei Goblins, die nach einem kurzen Moment der Verwirrung laut kreischend und keulenschwingend auf ihn losstürmten.
Tiaval war ihm gefolgt und drehte sich nun erschrocken zu den Schreien um. Wie zuvor riss sie reflexartig den Bogen hoch.
Jeremiath wusste, dass er in seinem Zustand nicht die geringste Chance hatte, wegzulaufen. Dafür war er mit der Verletzung gerade viel zu schwerfällig unterwegs. Umherlaufen in der Hoffnung, dass die Goblins in Fallen laufen würden, würde eher dazu führen, dass er selbst als Vornweglaufender die Fallen auslösen würde... Also blieb ihm nur, ein Stoßgebet an die Götter zu schicken, dass die Goblins genug Ehrfurcht vor Magie zeigen würden und dass er in den zwei Tagen an der Akademie tatsächlich etwas gelernt hatte. Er versuchte, so selbstsicher und überlegen wie nur möglich auszusehen, als er dem näheren der beiden Goblins einen Feuerstoß entgegensandte.
der Zauber traf den Goblin frontal auf die Brust und ließ ihn taumeln (5 Schaden)
Tiaval tat es dem Magier gleich, auch wenn sie von seinem Feuerzauber etwas erschrocken war, und feuerte einen Pfeil auf den heranstürmenden Goblin.
Der Pfeil traf den Goblin am Kopf und warf ihn endgültig aus der Bahn (6 Schaden), er stürzte schwer, schien aber noch zu leben. Goblin Nummer zwei hatte scheinbar nicht mit derartiger Gegenwehr gerechnet, denn er wurde nun merklich langsamer.
Jeremiath war zuversichtlich, dass sie den verletzten Goblin bei einer Flucht noch erwischen würden. Außerdem war er gestürzt und damit zumindest kurzzeitig keine Gefahr mehr, weshalb er den nächsten Feuerstoß gegen den zweiten Goblin richtete.
Wieder traf sein zauber frontal (6 Schaden)
Tiaval folgte wie zuvor seinem Vorbild und schoss ebenfalls auf den zweiten Goblin. Mit Glück würde man den ersten ja vielleicht sogar noch befragen können!
Auch der zweite Pfeil war ein guter Treffer (5 Schaden) und der Goblin versuchte nun schwer verletzt zu flüchten.
"Nix da", dachte sich Jeremiath und wirkte einen dritten Zauber, um den Goblin an der Flucht zu hindern. "Wir dürfen sie nicht entkommen lassen, sonst kommen sie mit Verstärkung zurück!"
Sein Zauber gab dem Goblin den Rest, er brach tot zusammen. Der andere Goblin hatte sich inzwischn mühsam wieder aufgerappelt und versuchte ebenfalls zu fliehen.
Tiaval hob erneut ihren Bogen und zielte diesmal auf die Beine des Goblins.
Der Pfeil traf und auch dieser Goblin brach nun tot zusammen. (beide je +11 EXP)
"Puh, das lief besser als ich erwartet hätte", stellte Jeremiath erleichtert fest. Nachdem er sich noch einma umgeblickt hatte, um sich zu vergewissern, dass nicht noch etwas auf sie zuzustürmen gedachte, setzte Jeremiath sein Vorhaben, die Goblins zu durchsuchen, fort.
Tiaval senkte ihren Bogen, ihr Puls noch schnell vom Kampf. Schnell beruhigte sie sich genug, um ebenfalls die gefallenen Goblins zu durchsuchen.
Die Durchsuchungen brachten nicht sonderlich viel zutage, lediglich einige wenige Münzen konnten sie bei den Leichen entdecken (beide +5 Zechinen)
"Ich frage mich, was so viele Goblins bei dieser Ruine machen", dachte Jeremiath laut und ließ den Blick schweifen, um einen Überblick darüber zu bekommen, was es außer dem Gebäude mit dem Altar noch gibt in der Ruine.
"Was ist das überhaupt für eine Ruine?" Das Adrenalin hatte Tiavals Verstand geklärt. "Könnten Goblins sie erbaut haben?"
"Bisschen groß für Goblins", mutmaßte Jeremiath.
Es gab noch 5 weitere Gebäude, von denen zwei jedoch bereits vollständig zerfallen waren wie es schien. Zwei der übrigen Gebäude erschienen baugleich und waren recht klein, das dritte Gebäude war etwas größer und hatte früher wohl zwei Stockwerke besessen.
Tiaval sah sich um. "Wie kommt es nur, dass diese Ruine gerade jetzt so viele Wesen anzieht? Wenn hier tatsächlich lange niemand gewesen ist..." Während sie laut überlegte, wanderte sie auf das größere der Gebäude zu.
Jeremiath folgte ihr in etwas Abstand und war darauf bedacht, an dieselben Stellen zu treten, wie die Huyal - solange das gut für sie ausging.
Sie erreichten unbeschadet das größere Gebäude.
"Werfen wir sicherheitshalber einen Goblin voraus", schlug Jeremiath vor. "Dazu kamen wir immernoch nicht..."
Tiaval blickte die Fassade empor. Was hatte dieses Gebäude wohl einst beinhaltet? Nach den Erlebnissen im ersten Gebäude nickte sie zustimmend. "Ja, wir sollten sichergehen, dass uns hier keine Fallen erwarten."
Jeremiath suchte sich den nächstgelegenen Goblin, spießte ihn auf den Speer und hiefte ihn sich so ueber die Schulter. So im Gepäck ging er zu dem Gebäude zurück.
Hilfreich packte Tiaval ein Bein des Leichnams und schwang ihn Richtung Eingang.
Und Jeremiath schwang den Speer nach vorn, so dass der Goblin herunter- und in das Gebäude hineinflog.
Der tote Goblin landete mit einem satten Platschen mitten im Gebäude, ansonsten geschah nichts.
Tiaval steckte ihren Kopf durch die Türöffnung und sah sich um. "So weit, so sicher", murmelte sie.
Jeremiath stützte sich nun wieder auf den Speer und betrat das Gebäude, damit sich seine Augen an das geringere Licht gewöhnen und er sich darin umsehen konnte.
Im Inneren lagen Trümmer herum und zerfallene Möbel, etwas interessantes gab es auf den ersten Blick nicht zu entdecken.
Tiaval näherte sich einem der Möbelstücke. Vielleicht beinhaltete es ja etwas, das auf die Erbauer dieser Anlage schließen ließ.
Viel erkennen konnte man aufgrund des Zerfalls nicht, doch zumindest konnte man erahnen das die Möbel wohl menschengroßen Wesen gehört hatten.
Jeremiath ging die Innenwand ab und untersuchte sie auf Schriftzeichen.
Sollte es einmal Schriftzeichen gegeben haben, so war davon nichtsmehr zu erkennen.
Tiaval suchte einen Weg in das ehemalige obere Stockwerk. Hoffentlich gab es dort noch etwas zu entdecken!
Im hinteren Teil des Gebäudes gab es Reste einer hölzernen Treppe, die früher offenbar nach oben geführt hatte.
Missmutig brummte Jeremiath. "Diese Ruinen sind mit zig noch funktionierenden Fallen gesichert, aber ansonsten ist alles verfallen bis zur Unkenntlichkeit!" Er besah sich die größeren Trümmerhaufen und umrundete sie, um abzuschätzen, ob sie etwas unter sich begraben haben könnten oder anscheinend nur heruntergekommener Schutt sind.
Unter einem Trümmerhaufen an der linken gebäudewand schien sich eine Art Falltür zu verbergen.
Die hölzerne Treppe konnte Tiavals Vertrauen nicht gewinnen. Sicher war sie durch und durch verrottet. "Hast du etwas Interessantes gefunden?", fragte sie ihren Begleiter.
"Ich glaube, hier drunter ist irgendetwas. Helft Mir mal mit dem Schutt hier!", erwiderte Jeremiath, lehnte den Speer an die nächstgelegene Wand und versuchte, die vermeintliche Falltür freizulegen.
Tiaval eilte ihm zu Hilfe und packte mit an, um den Schutt beiseite zu räumen.
Die Trümmerstücke waren zum Glück alle nicht sonderlich groß, so dass es ihnen mit einiger Anstrengung gelang, die Falltür freizulegen.
"Sieht aus, als hätten wir doch endlich etwas gefunden... Da der Boden unter unseren Füßen noch nicht nachgegeben hat, dürfte dort unten ja nicht alles verschüttet sein!" Mit neuer Motivation versuchte Jeremiath, die Falltür zu öffnen.
Die Falltür widerstzte sich seinen Bemühunen zunächst erfolgreich, gab aber schließlich doch noch nach. Darunter kam eine alte, hölzerne Leiter zum Vorschein die in die Dunkelheit unten führte.
"Nach Euch", lud Jeremiath die Kundschafterin mit einer einladenden Geste ein, das Kellergeschoss zu erkunden.
Tiaval hatte zwar gerade erst eine hölzerne Treppe für nicht vertrauenswürdig erklärt, aber diese hier war immerhin nicht wer weiß wie lange den Witterungen ausgesetzt. Vorsichtig testete sie die oberste Sprosse.
Die Sproße wirkte ziemlich stabil und schien zu halten.
Also begann Tiaval ihren Abstieg in die Dunkelheit.
Und Jeremiath sah sich nach etwas um, dass sich als Fackel eignen könnte. Notfalls würde er einen der toten Goblins um seine Keule erleichtern und die Stofffetzen, die sie an den Leibern trugen, darum herumwickeln, um sich eine zu improbisieren.
Es war eine echte Herausforderung in der Dunkelheit auch die Sproßen zu finden doch sie schaffte es, heil unten anzukommen. Erkennen konnte sie dort allerdings nichts, denn es war stockfinster.
Aus den Überresten der Möbel sollte sich mit ein wenig Geshick wohl eine halbwegs brauchbare Fackel bauen lassen.
Dann versuchte es Jeremiath erstmal damit, bevor er sich an den Goblins zu schaffen machte.
Seine erste "Fackel" fiel sofort wieder auseinander, der zweite Versuch gelang dann besser.
"Habt Ihr Feuersteine dabei?", rief Jeremiath nach unten.
"Nein, Ihr etwa auch nicht?", schallte es zurück.
"Nein, ich war nicht auf dunkle Kellergewölbe in Ruinen in Wäldern vorbereitet", gab Jeremiath zurück.
"Gibt es denn da oben nichts, was sonst entzündlich wäre?"
"Holz!"
"Brennt das Holz?"
"Das hoffe ich ja, aber dafür müssten wir es erstmal anzünden!" Jeremiath überlegte, ob er einfach den alten Trick versuchen sollte, ein Stück Holz zwischen beiden Händen auf einem anderen Stück Holz zu drehen... Nach einem Blick zur dunklen Falltür versuchte er das dann auch. Immerhin konnte die Huyal ihn von da unten nicht sehen, wenn er sich dabei total blamierte.
So viel er auch drehte, das Holz zeigte keinerlei Ambitionen dadurch Feuer zu fangen.
Genau das hatte sich Jeremiath nämlich auch gedacht. Er hatte eben einfach keine Ahnung von derlei Überlebenstricks. "Ihr seid doch viel unterwegs, Ihr müsst doch etwas dabei haben, um Euch unterwegs eine Feuerstelle anzuzünden!"
Natürlich hatte Tiaval während ihrer Ausbildung auch gelernt, ein Feuer zu machen, aber sie würde sich doch jetzt nicht damit lächerlich machen, zwei Hölzer aneinander zu reiben! "Was habt Ihr denn schon versucht?", rieg sie nach oben.
"Ich habe eine provisorische Fackel gebaut, damit Ihr etwas seht, aber Ihr müsst schon mithelfen!"
"Ich sehe aber nichts! Wie soll ich denn von hier unten helfen?" Tiaval kniff die Augen zusammen in der Hoffnung, vielleicht doch etwas hier unten zu erkennen.
Ohne Licht hatte sie keine Chance etwas zu erkennen.
"Dann kommt doch wieder hoch!"
Auf die Idee war sie noch gar nicht gekommen. Tiaval tastete sich die Leiter wieder nach oben.
Der Aufstieg war nicht einfacher als der Abstieg, doch sie schaffte es ohne Zwischenfälle wieder nach oben.
Jeremiath reichte ihr die provisorische Fackel.
Tiaval betrachtete die provisorische Fackel.
Sie ist für eine provisorische Fackel wunderschön.
Sie war kaum als Fackel zu erkennen.
"Also... zündet sie an!", brach Jeremiath das Schweigen und Anstarren der "Fackel".
"Ja, jajaja", riss sich Tiaval aus dem hypnotischen Sog des potentiellen Lichtverbreiters. Zum Glück entdeckte sie sofrt zwei Stücke Holz, die wie dazu gemacht wirkten, aneinander gedreht zu werden. Fast sah es so aus, als hätte genau jemand gerade erst mit ihnen gemacht...
Ihr Versuch scheiterte kläglich, denn das Stück Holz brach bei ihren Bemühungen mitten entzwei.
"So ein Mist", fluchte sie. "Gibt es hier nach was Anderes, was wir anzünden könnten?"
"Das Problem ist ja gerade nicht was wir anzünden, sondern dass wir überhaupt zündeln!", seufzte Jeremiath.
"Wurden hier wirklich keine Lampen oder so zurückgelassen? Und wieso waren die Goblins so schlecht vorbereitet, dass die nichts dabeihatten?"
"Es sind Goblins, wenn sie besser vorbereitet wären, als wir, dann wäre das ein ziemliches Armutszeugnis für uns!"
"Das ist auch wieder wahr." Tiaval überlegte. "Vielleicht finden wir in den anderen Gebäuden etwas zum Feuermachen!"
"Hmm... Zwei kleinere haben wir ja noch... Gut, sehen wir nach."
Tiaval marschierte zum Ausgang.
Jeremiath ließ der Kundschafterin wieder den Vortritt. Ihm saß der Speer immer noch in übler Erinnerung.
Aufs Geratewohl wählte Tiaval eines der beiden kleineren Gebäude und marschierte zu dessen Eingang.
"Ansonsten, wenn wir da auch nichts finden, könnten wir den Eingang erstmal wieder verstecken und ins Dorf zurückgehen. Und dann morgen mit Feuerstein und Zunder zurückkommen..."
Das Gebäude war völlig heruntergekommen und hatte dem Geruch nach zu Urteilen in der Vergangenheit irgendeinem Tier als Unterschlupf gedient.
"Puh..." Tiaval wedelte mit der Hand in der Luft vor ihrer Nase herum. Die Idee, später zurückzukommen erschien zwar auf den ersten Blick recht gut, aber sie war nicht ganz sicher, ob sie die Ruinen wiederfinden würde... Deshalb wagte sie sich vorsichtig ins Innere des Gebäudes. Wenn hier ein Tier gehaust hatte, waren sicher keine Fallen zu erwarten.
Jeremiath nahm zur Kenntnis, dass Tiaval seinen Vorschlag offenbar kommentarlos zur Kenntnis genommen hatte, und ging zu einem anderen Gebäude. Der alte Stall stank ihm zu sehr.
Auch das zweite Gebäude enthielt nichts interessantes, verströmte aber zumindest keinen Geruch nach irgendwelchen Tieren beziehungsweise deren Hinterlassenschaften. Tiaval konnte im Inneren des Gebäudes nichts entdecken.
Also verließ sie das Gebäude wieder und ging dem Magier hinterher zu dem anderen Haus.
"Auch nichts", kommentierte dieser, als er es gerade wieder verließ. "Verbergen wir die Falltür und kommen wir morgen besser vorbereitet wieder... Diese Gerüchte sind seit Tagen in Umlauf, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet heute Nacht nach uns noch jemand tatsächlich her kommt und uns zuvorkommt?"
"Ihr habt recht." Hoffentlich würden sie die Ruine auch wirklich wiederfinden können... Tiaval lief zurück zum großen Haus. Dort hatte es ja auch Schutt zum verstecken gegeben.
Der angehende Magier folgte der Huyal wiedereinmal, was so langsam zur Gewohnheit wurde. Schließlich konnte er die kleine Frau schlecht allein die schwere Arbeit verrichten lassen. Und schließlich wollte er auch, dass es ordentlich gemacht wurde. Nach getaner Arbeit versteckte Jeremiath den Speer zwischen ein paar Büschen und sie machten sich auf den Rückweg zum Dorf.
Hier folgte ausnahmsweise mal Tiaval dem Magier. Inzwischen taten ihr alle Knochen weh von all dem Kämpfen und Schutt verlagern, dazu setzte so langsam der Kater ein...
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 9:03 pm


Nach einiger Zeit stießen sie wieder auf einen Pfad im Wald und als sie diesem folgten, erreichten sie auch den Waldrand und das Dorf. Mittlerweile war es auch bereits Abend geworden und die Sonne ging allmählich unter.
"Hoffen wir mal, dass in der Taverne noch zwei Betten frei sind", murmelte Jeremiath. Viel Hoffnung hatte er angesichts des großen Andrangs allerdings nicht. Sein Glück versuchte er trotzdem.
In der Taverne herrschte gewaltiger Trubel, scheinbar hatten die allermeisten der Anwesenden dne gesamten Tag hier verbracht und etliche Humpen Bier zu sich genommen. Es gab lautstarke Diskussionen, gegrölte Sauflieder und wohl auch das ein oder andere Würfelspiel.
Jeremiath "kämpfte" sich durch den Trubel und versuchte, die Theke zu erreichen, damit er den Wirt nach einem Schlafplatz fragen konnte!
Das war garnicht so einfach, denn niemand machte freiwillig Platz. Und bereits der zweite, den Jeremiath beiseite drängte reagierte darauf äußerst ungehalten:"Hey! Was glaubt ihr wohl wer ihr seid?!" brüllte der Mann Jeremiath an baute sich vor ihm auf.
Tiaval versuchte, mitzuhalten, indem sie sich zwischen den riesigen Leuten hindurchzwängte. Irgendwo hier musste doch der Tresen sein...
"Tut mir Leid, ich suche meine Gefährtin, sie ist gerade mal halb so groß und entsprechend schwer zu finden. Sie kann doch kaum auf sich aufpassen!", erwiderte Jeremiath mit besorgtem Blick und Ton. Beide gar nicht mal so weit hergeholt, da er tatsächlich besorgt war, Bekanntschaft mit der Faust des Mannes zu machen.
Tiaval profitierte bei ihren Bemühungen von dem Trubel, den Jeremiath veursachte, denn einige Tavernengäste hatten sich interessiert dem Geschehen zugewandt und registrierten Tiaval darum garnicht. So konnte sie tatsächlich unbehelligt den Tresen erreichen.
"Achja?! Und sehe ich vielleicht aus wie eure Gefährtin?" der Mann kniff die Augen zusammen und blickte Jeremiath jetzt lauernd an.
"Hallo?" Wieder stand Tiaval vor dem Problem, dass hier der Tresen viel höher war, als er eigentlich sein sollte. "Hallo!"
Trotz des gewaltigen Trubels in seinem Schankraum dauerte es nicht lange, bis der Wirt Tiaval bemerkte "Was kann ich für euch tun?" er musste dabei die Stimme erheben um den allgemeinen Lärm zu übertönen.
"Natürlich nicht, aber sie muss hier irgendwo in der Menge sein. Nun entschuldigt mich bitte, ich würde mir nie verzeihen, wenn ihr etwas zustößt." Jeremiath versuchte, bei weniger dämlichen Exemplaren von Tavernengästen vorbeizukommen.
Der Mann schien einen Augenblick darüber nachzudenken Jeremiath festzuhalten, entschied sich dann aber doch dafür lieber seinem Humpen wieder die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Derweil erreichte Jeremiath dann auch ohne weitere Zwischenfälle den Tresen.
Erleichtert atmete Jeremiath aus und lehnte sich an den Thresen. Geschafft.
"Wir suchen Zimmer! Zwei!" Tiaval reckte hinter dem Tresen die Hand mit zwei erhobenen Fingern empor.
Jeremiath stellte sich den Anblick von der anderen Seite des Thresens lustig vor, wenn nur ein Handgelenk mit zwei erhobenen Fingern darüberlugte und grinste entsprechend.
"Tut mir leid, ich habe nichts mehr frei für diese Nacht." erklärte der Wirt.
"Gibt es sonst noch Schlafplätze im Dorf?"
"Ich glaube kaum das die Leute Fremde einfach so bei sich aufnehmen, aber versuchen könnt ihr es natürlich." meinte der Wirt achselzuckend.
"War ja klar", dachte sich Jeremiath und seufzte. Er sah sich die Nacht schon irgendwo hinter einer Hütte verbringen und ratlos nach unten, in der Hoffnung, dass Tiaval einen Einfall hatte.
"Auf dem Weg hier her habe ich im Wald übernachtet, das wäre eine Option. Als ausgebildete Kundschafterin ist das für mich kein Problem!"
"Na, wenn Ihr das sagt...", erwiderte Jeremiath halblaut und damit wohl kaum verständlich bei all dem Lärm. Ihr Argument klang so unplausibel ja gar nicht. Nur nach den Wegfindungsschwierigkeiten des Tages hatte er so seine Zweifel.
"Hä?"
"Gute Idee, geht voraus!", sagte Jeremiath lauter und zuversichtlicher.
Tiaval nickte und begann, sich wieder durch das Getümmel zu quetschen.
Sie erreichten unbehelligt den Ausgang der Taverne.
Jeremiath folgte ihr direkt auf Schritt und Tritt!
Draußen angekommen blickte Tiaval zum sich verdunkelnden Himmel auf. "Wir sollten uns beeilen, einen Rastplatz zu finden!"
"Ihr seid die Kundschafterin, mein Rastplatz wäre da drin gewesen!"
"Richtig." Tiaval marschierte, wie meistens, voraus, fort vom Lärm der Schenke und aus dem Dorf hinaus.
So langsam fühlte sich Jeremiath wie ein nutzloser Helfershelfer, wie er Tiaval schon wieder hinterherstiefelte.
Außerhalb des Dorfes ar s bereits ziemlich dunkel und da der Himmel gerade ziemlich wolkenverhangen war, würde bald garnichtsmehr zu erkennen sein.
Tiaval machte einen geeigneten Ort ausfindig und sagte selbstbewusst: "Hier sollten wir unser Lager aufschlagen!"
Tatsächlich schaffte sie es, im letzten Tageslicht eine recht gut zum Lagern geeignete Stelle am Waldrand zu finden.
"Sag ich doch", sagte Tiaval.
"Ich habe doch gar nichts gesagt!", erwiderte Jeremiath und versuchte es sich mit seiner Tasche als provisorisches Kopfkissen so bequem wie den Umständen entsprechend möglich zu machen. "Ich werde morgen früh so erschlagen sein", dachte er und seufzte hörbar.
Tiaval hatte bereits Kopfschmerzen vom Kater und grummelte nur vor sich hin.
"Ähm... ja, gute Nacht?"
*schnarch*
Die Nacht verlief zunächst störungsfrei, doch irgendwann wurden die beiden von einsetzendem Regen geweckt.
Jeremiath rutschte murrend eng an den Stamm einer der Bäume mi weiter Krone, neben denen sie lagerten.
Tiaval zog sich ihren Rucksack über den Kopf und versuchte, weiterzuschlafen.
Zu ihrem Glück ließ der Regen schnell wieder nach und so konnten ie, wenn auch etwas durchnässt, ohne Störungen weiterschlafen.
*schnarch*
*ratzepüüüüh*
Tiaval konnte bei diesem Krach nicht schlafen und steckte ihren Kopf noch tiefer in den Rucksack.
*RATZEPÜÜÜÜÜÜÜH*
Tiaval dreht sich in Schlaf und Rucksack um und haut in Richtung dieser Ruhestörung.
Jeremiath dreht sich daraufhin auch einmal und ist fortan ruhig.
Tiaval konnte dann auch endlich in Ruhe schlafen.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 9:13 pm

Als sie am nächsten Morgen erwachten fühlten sie sich nicht wirklich erholt. Durch die Nässe war ihnen ziemlich kalt geworden und der Boden war auch alles andere als bequem gewesen.
"Ich fühle mich nicht wirklich erholt. Durch die Nässe ist mir ziemlich kalt geworden und der Boden war auch alles andere als bequem gewesen", sagte Tiaval.
"Ihr nehmt mir die Worte aus dem Mund...", grummelte Jeremiath morgenmuffelig. "Wärmen wir uns in der Taverne etwas auf und dann besorgen wir uns Fackeln..."
"Klingt nach einer guten Idee." Tiaval streckte ihre steifen Glieder. Mühsam sammelte sie ihre Habseligkeit zusammen und stopfte sie zurück in den Rucksack.
Auch Jeremiath hängte seine Tasche wieder um, bevor er, noch immer missmutig und dementsprechend schweigsam, zurück in Richtung Taverne stapfte. Unterwegs aß er etwas von den mitgebrachten Rationen.
Tiaval schlurfte hinterher. Ihr Magen knurrte, aber sie hatte ihre Rationen aufgebracht. Deshalb aß sie ein paar Beeren, die sie an einem Busch fand.
Die Beeren schmeckten scheußlich. Den Geschmack würde sie sicher noch bis zur Taverne im Mund haben.
"Wir brauchen Fackeln!", erklärte Tiaval noch einmal mit leuchtenden Augen, die vermutlich auch ohne Fackeln den Keller der Ruine hätten erleuchten können.
"Nebst Feuerstein und Zunder, um sie anzuzünden", fügte Jeremiath sicherheitshalber hinzu.
"Fackeln? Ja, die habe ich. Und Zunderbüchsen natürlich auch, kein Problem." der Mann kramte Fackeln und Zunderbüchsen hervor. "Ich nehme an für jeden eine Zunderbüchse? Und wie viele Fackeln dürfen es sein?"
"Wie lange halten sie denn etwa?"
"Die Fackeln? Eine Stunde in etwa denke ich."
Jeremiath wandte sich an Tiaval: "Dann erstmal eine für jeden, würde ich sagen."
"Und was kosten die?", fragte Tiaval, immer noch aufgeregt.
"Fackel und Zunderbüchse zusammen gebe ich euch für jeweils 4 Zechinen."
"Ja, das klingt gut", nickte Tiaval sowohl zu dem Händler als auch dem Magier.
Letzter war bereits dabei, die vier Zechinen abzuzählen und dem Krämer auf den Tisch zu legen.
Eifrig tat Tiaval es ihm nach.
Der Händler bedankte sich und reichte jedem jeweils eine Zunderbüchse und eine Fackel.
"Oooh, jetzt schnell zurück in den..." Tiaval stockte. Sie sollte doch nichts verraten! "In *unseren* dunklen Keller! Zu Hause." Sie zwinkerte ihrem Begleiter verschwörerisch zu.
"Habt Dank", entgegnete Jeremiath daraufhin, verstaute die Zunderbüchse in seiner Tasche und hängte sich die Fackel an seinen Gürtel. Auf Tiavals Worte hin verzog er gequält das Gesicht und sah den Krämer fast schon hilfesuchend an. "Gehabt Euch... wohler als ich, vermute ich", verabschiedete er sich.
Aufgeregt wuselte Tiaval aus dem Laden und überlegte, in welcher Richtung sie gestern gegangen waren.
Den Göttern sei Dank war Jeremiath weit weniger zerstreut und schlug kurzerhand den Weg in Richtung Waldpfad ein. Diesmal würden sie nicht erst ewig umherirren, nur, um dann auf genau diesem Pfad zu landen.
Tiaval war nicht ganz überzeugt, dass das der richtige Weg war, aber sie war viel zu aufgeregt, um selbst die richtige Richtung zu finden. Irgendwie würde es schon gutgehen!
Vom Waldpfad aus gingen sie dann wie am Vortag in Richtung Ruine.
Sie waren noch nicht sonderlich weit gekommen, da sahen sie sich einem ziemlich großen Bären gegenüber. Dieser schien allerdings nicht weniger überrascht ob der plötzlichen Begegnung und starrte die beiden zunächst nur an.
Nicht gewillt, einem so schönen Geschöpf des Waldes den Pelz zu versengen und den Jägern des Dorfes die Beute zu nehmen entfernte sich Jeremiath eilends von dem Bären - bereit, loszurennen, wenn dieser seine pazifistische Einstellung ob dieser Begegnung nicht teilen sollte.
Nachdem Tiaval ihre anfängliche Überraschung überwunden hatte, griff sie ihren Bogen, um die erfolgreiche Zusammenarbeit gegen die Goblins zu wiederholen. Doch als sie nach einem Pfeil greifen wollte bemerkte sie die Leere Stelle neben ihr, an der eindeutig kein Magier stand. Schnell erfasste sie die Situation und folgte dem Magier.
Der Bär bedachte die beiden noch mit einem bedrohlichen Brüllen, schien aber ansonsten damit zufrieden zu sein das die beiden sich zurückzogen und macht keinerli Anstalten, ihnen zu folgen.
"Dann gehen wir eben einen Umweg", schlug Jeremiath vor. "Einen schönen, großen Bogen um den Bären."
Dieser Plan erschien Tiaval ein guter zu sein, konnte er sie doch auf den richtigen Weg führen. Zustimmend nickte sie.
Auf ihrem Umweg gab es keine weiteren Zwischenfälle und so erreichten sie schließlich wieder die Ruinen.
"Hurra", stellte Jeremiath nüchtern fest. "Und jetzt will ich endlich wissen, was wir dort unten finden... Vermutlich einfach nur Staub, Geröll und Spinnweben..."
Zuersteinmal holte sich Jeremiath aber den Speer zurück, den er am Vortag versteckt hatte.
Tiaval hatte doch gewusst, dass das der falsche Weg gewesen war! Zum Glück hatte der Bär sie auf den richtigen Pfad gebracht. Jedenfalls war sie jetzt Feuer und Flamme, die Ruinen zu erkunden und lief zu dem Haus, in dem die Luke gewesen war.
Sie fanden das Innere des Gebäudes so vor wie sie es am Tag zuvor zurückgelassen hatten.
Nachdem er den Speer geholt hatte ging auch Jeremiath wieder in das Gebäude und half dabei, die Luke wieder freizulegen. "Geht Ihr wieder vor? Nur diesmal mit Licht", fragte Jeremiath.
Aufgeregt nickte Tiaval. Dann tat sie ihr Bestes, ihre Fackel zu entzünden.
Dank der Zunderbüchse war es kein problem die Fackel anzuzünden.
Derart mit Licht ausgestattet stiegen sie die Treppe hinunter und sahen sich um.
Mit einer Fackel in der Hand konnte man zwar sehen wo man hintrat, hatte aber natürlich eine Hand weniger umsich an der durchaus morschen Leiter festzhalten. Dennoch schafften sie es heil nach unten und fanden sich dort in einer Art Lagerraum wieder. Allerdings waren die Lagerregale schon ziemlich zerfallen und was auch imemr dort einmal gelagert hatte, war offenbar vor alnger Zeit entfernt...
...worden.
Mit erhobener Fackel ging Tiaval zwischen den Regalen entlang, auf der Suche nach irgendetwas Interessantem.
Jeremiath fasste den Speer beidhändig und folgte Tiaval. Er rechnete zwar nicht direkt mit einem Angriff in einem verschütteten Lagerkeller, aber sicherer fühlte er sich so trotzdem.
"Ich hoffe, hier findet sich nach all der Mühe etwas mehr als zerfallene Regale und Nichts!"
Da der Lagerraum nicht besonders groß war, dauerte es nicht sonderlich lange ihn zu durchsuchen. Doch außer Staub alten, halb zerfallenen Regalen schien es hier tatsächlich nichts zu geben.
"Was für eine Enttäuschung!", stellte Tiaval enttäuscht fest. "Gibt es in diesen Ruinen denn gar nichts Interessantes?"
"Irgendwo muss es etwas geben... Wenn alles schon geplündert wäre, wären die Fallen nicht mehr aktiv gewesen", mutmaßte Jeremiath. "Bestimmt gibt es hier irgendwo einen... Geheimgang oder so. Leuchtet doch einmal alle Ecken aus!
Tiaval leuchtete alle Ecken aus.
Auch in den Ecken fand sich jedoch nichts von Interesse.
Gefrustet klopfte Jeremiath mit dem Stab die Wände ab. "Ein zugemauerter Gang ist hier irgendwo, eindeutig!"
Die Wände klangen überall gleichmäßig massiv.
Tiaval stampfte auf dem Boden herum. Vielleicht gab es ja noch mehr versteckte Luken. Eine hatten sie ja schon gefunden.
Eine Luke konnte sie nicht finden, dafür trat sie jedoch an einer Stelle im dicken Staub auf dem Boden auf irgendetwas kleines, hartes wodurch sie fast stolperte.
"Hier ist etwas kleines, hartes!", rief sie aufgeregt. "Ich wäre fast gestolpert!" Mit ihrer Fackel leuchtete sie die Stelle am Boden aus.
Jeremiath konnte sich nur darüber wundern, dass die Huyal sogar beim Herumstampfen ins Straucheln geriet, verbarg seine Verwunderung darüber aber, als sie sagte, sie hätte etwas gefunden.
Stattdessen beugte sich Jeremiath zu der ausgeleuchteten Stelle herunter und wischte den Staub beiseite.
Im Staub fand sich ein kleiner, unregelmäßig geformter und im Schein der Fackeln schwach grünlich schimmernder Stein.
Jeremiath hob ihn aus dem Staub und wischte ihn an seiner Robe sauber. Dann hielt er ihn erneut in den Schein der Fackel.
Der grünliche Schimmer war nun etwas stärker zu sehen, aber immer noch ziemlich schwach.
"Was ist es?", fragte Tiaval aufgedreht.
"Was macht ein Edelstein hier unten?", wunderte sich Jeremiath halblaut. "Auf jeden Fall sollten wir den nicht in diesem kleinen Dorf mit all den betrunkenen Grobianen erwähnen oder zeigen... Sonst sind wir den sofort wieder los." Nach kurzer Überlegung ergänzte Jeremiath: "Mal ein ganz abwegiger Gedanke: In dem Haupthaus war doch eine Fassung aus der irgendetwas entwendet wurde. Ob das auch ein Stein war, wir den hier stattdessen in die Fassung setzen und damit eine Geheimkammer freilegen können?" Der angehende Magier hatte eindeutig zu viele klischeehafte Geschichten gelesen.
"Die Fassung im Haupthaus war doch deutlich größer als das kleine Steinchen", sagte Tiaval überzeugt.
Jeremiath seufzte. "Da habt Ihr wohl Recht... Vielleicht findet Ihr ja weitere Steine, wenn ihr herumstampft?", schlug er vor.
Tiaval hatte so ihre Zweifel an dieser Herangehensweise, aber sie stampfte versuchsweise noch etwas herum.
Jeremiath brummte missmutig: "Am Ende war der Jäger wirklich hier, hat seinen Freund umgebracht, nachdem sie aus der Hauptruine was auch immer dort war entwendet haben und eine Geschichte erzählt, damit ihm keiner auf die Schliche kommt..."
Tiaval schrak zusammen. Stimmt, da war ja die Geschichte mit dem Monster! Das hatte sie schon komplett vergessen. Und sie stampfte hier lautstark herum! Erschrocken erstarrte sie auf der Stelle und flüsterte: "Aber das Wesen... Was hat die Goblins getötet?"
"Na die Fallen", erwiderte Jeremiath. "An das Monster glaube ich mittlerweile gar nicht mehr."
Tiaval entspannte sich etwas. "Huh." Waren die Gerüchte doch wahr gewesen? "Dann gibt es hier wirklich nichts? Aber was macht der Edelstein hier?"
"Vermutlich beim Ausräumen runtergefallen. Viel wichtiger ist doch, was war hier sonst noch, wer hat das hier erbaut und warum ist alles voller Fallen? Das scheinen wir hier nicht in Erfahrung zu bringen..."
"Aber wo sollen wir weitermachen? Wir haben keine anderen Spuren!"
"Lasst uns einmal nach Spuren von dem toten Freund des Jägers suchen. Laut seiner Erzählung ist er direkt am Eingang der Ruinen ums Leben gekommen. Wenn das stimmt, sollten sich dort ja zumindest Blutspuren finden."
"Stimmt! Wurde überhaupt seine Leiche gefunden? Oder hat die Kreatur ihn verschleppt?"
"Der Jäger klang zumindest bei seiner Erzählung, als hätte er sich nicht die Zeit genommen, seinen Freund mitzunehmen... Und da wir ihn nirgendwo liegen sahen, hat ihn entweder eine Kreatur mit krallenbewährten Füßen entführt oder an der ganzen Geschichte ist einfach etwas faul."
Jeremiath wandte sich zum Gehen, bat dann aber doch Tiaval, mit dem Licht der Fackel vorauszugehen.
Tiaval kam dieser Bitte gerne nach. Vorsichtig kletterte sie die Leiter wieder nach oben.
Nach oben zu stigen erwies sich mit Licht als bedeutend leichter als das Herabsteigen und so gelanten sie beide sicher wieder oben an.
Jeremiath ging dann zurück zum Eingang der Ruinen und suchte den Boden nach Blutspuren ab. Und bei der Gelegenheit schaute er auch, ob die beiden Goblins, die sie gestern erwischt hatten, noch da lagen, wo sie sie haben liegen lassen.
Tiaval löschte die Fackel und eilte dann ebenfalls zum Eingang, um sich dort umzusehen.
Die Goblins lagen noch an ort und Stelle und Jeremiath fand auch eine nicht unerhebliche Blutspur, allerdings ohne zugehörige Leiche.
Über diesen Fund informierte er die kleine, aufgedrehte Huyal. "Bleibt uns gerade wohl nicht viel anderes an Spuren übrig, denen wir nachgehen können, als der hier" - er deutete auf die Blutspur - "zu folgen."
Na, DAS klang doch mal nach einer Kundschafteraufgabe! Endlich konnte Tiaval ihre erlernten Fähigkeiten einsetzen und machte sich mit vollem Eifer daran, der Spur zu folgen.
Die Spur endete nach wenigen Metern hinter einem Mauerrest. Dort lag auch die, bereits von diversen Tieren ziemlich angefressene, Leiche eines Mannes.
"Puh..." Angewidert wandte Tiaval sich ab. "Den hätten wir dann wohl gefunden."
"Irgendjemand scheint sich die Mühe gemacht zu haben, die Leiche hierhinter zu ziehen und zu verstecken... Aber eindeutig war das keine Eulenbestie, die ihn verschleppt und aufgefressen hat", dachte Jeremiath laut. Er zog sich die Robe über die Nase und beugte sich herunter, um die Leiche zu untersuchen. "Ich würde zu gern wissen, ob sich noch Einstichwunden erkennen lassen."
Die offenkundige Todesursache waren vermutlich zahlreiche Pfeile gewesen, bei genauerem Hinsehen ließen sich in der Leiche noch 4 abgebrochene Pfeile erkennen.
Jeremiath deutete auf die nicht zu übersehenden Pfeile: "Ihr seid die Kundschafterin, sehen die für Euch halbwegs neu oder eher nach einigen Dutzend bis hundert Jahren alt aus?"
Tiaval überwandt ihren Ekel und betrachtete widerwillig die Pfeile.
Die Pfeile waren von offenbar primitiver Bauart, aber derart einfache Pfeile fanden auch heute noch Verwendung. Es war allerdings nicht zu erkennen wie alt die Pfeile wirklich waren, dafür hatten Blut und hungrige Tiere gesorgt.
"Schwer zu sagen. Die könnten schon etwas älter sein, aber wirklich beurteilen kann ich das nicht."
War ja klar, dass sie wieder keine Ahnung hatte, dachte sich der angehende Magier. "Nun, ich denke, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass unser Jäger seinem Freund gleich mehrere Pfeile in die Brust geschossen hat... Sieht mir also doch eher nach einer Fall als nach einem Mord aus... Auch, wenn ich mich frage, wer die Zeit hatte, ihn hierher zu schleifen..."
"Bei näherer Betrachtung fällt mir auf, dass die Pfeile so aussehen wie die, die auch die Goblins getötet haben. Ihr könntet also recht haben, dass er durch eine Falle gestorben ist. Aber warum sollte sein Freund dann die Geschichte von dem Monster erfinden?"
"Ich weiß es nicht", gab Jeremiath seufzend zurück. "Aber davon, dass er hier am Eingang gestorben ist und die Goblins im Innern können wir wohl darauf schließen, dass er und der Jäger vor den Goblins hier waren... Also scheint es mir unwahrscheinlich, dass der Jäger was auch immer in der Fassung im Haupthaus war gefunden und die Eulenbestie erfunden hat, damit niemand nachforscht. Bleibt die Frage, warum so kurz darauf Goblins auch hier hergekommen sind. Jahrzehntelang bleibt diese Ruine unberührt und innerhalb weniger Tage oder Wochen kommen erst zwei Jäger aus dem Dorf und danach ein ganzer Trupp Goblins hintereinander hier her?"
"Das ist wirklich seltsam." Tiaval überlegte. "Wo die Goblins wohl hergekommen sind? So ein Trupp muss doch auch Spuren hinterlassen." Sie sah sich um, ob sie noch erkennen konnte, von wo die Goblins das Areal betreten hatten.
Es gab zwar zahlreiche Spuren, doch da sie bisher keine Rücksicht darauf genommen hatten wra nun nichtmehr zu erkennen wo welche Spur herkam oder hinführte.
Tiaval ging zurück zur Leiche und versuchte zu erkennen, ob ihr Körper Spuren von Klauen oder ähnlichem aufwies. Auch wenn es eklig war.
"Eigentlich brauchen wir ja nur zu sehen, ob es Spuren außerhalb des Bereiches gibt, in dem wir herumgelaufen sind... Also in eine andere Richtung in den Wald führen als aus der wir kamen", dachte Jeremiath laut.
Abgesehen von den Bissspuren der Aasfresser war an der Leiche nichts weiter zu erkennen.
"Das ist eine gute Idee." ""
Tiaval ließ die Leiche Leiche sein und entfernte sich lieber etwas von ihr. "Ich kann jedenfalls sonst nichts weiter erkennen."
Es dauerte garnicht lange, da hatte Tiaval eine passende Spur gefunden. Die Goblins waren scheinbar ohne besondere Vorsicht durch den Wald gestampft. Zwar konnte sie nicht erkennen wie viele es genau waren, aber auf jeden Fall waren es mehr gewesen als sie Leichen in den Ruinen gefunden hatten.
"Hier drüben!", rief sie aufgeregt und präsentierte ihren Fund. "Es waren also noch mehr hier, einige sind also entkommen! Vermutlich haben die dann das Ding aus der Ruine geklaut!"
"Mehr? Ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, den Spuren zu folgen... Ich meine, wir sind nur zu zweit. Gegen zwei von ihnen kommen wir an, aber was, wenn es zwei Dutzend sind? Wenn die uns entdecken, dann..." Er ließ den Satz offen.
"Wir wissen auch nicht, wohin die entkommenen Goblins dann gegangen sind. Aber wenn wir herausfinden, woher sie kommen, könnte uns das vielleicht trotzdem weiterhelfen. Wir müssen eben vorsichtig sein."
Jeremiath dachte einen Moment darüber nach, was ihm mehr Sorgen bereitete. Die Aussicht, in eine Horde Goblins und den sicheren Tod zu laufen oder mit leeren Händen zu Hochmeister Elowin zurückzukehren... "Geht voran", sagte er schließlich, als er das Gesicht des Arsani vor sich sah.
Vorsichtig folgte Tiaval den Spuren, die sie entdeckt hatte.
Sie waren noch nicht sehr weit gekommen, da kam ihnen eine Orkfrau entgegen. Jeremiath erkannte sie als diejenige, mit der er sich in der Taverne des Dorfes kurz unterhalten hatte. "Ihr solltet umkehren." teilte die Ork ihnen mit, ohne sich Zeit für irgendeine Art der Begrüßung zu nehmen.
"Kommen wir ansonsten Euch und Eurer Beute oder Goblins in die Quere?", erwiderte Jeremiath und hob zumindest kurz grüßend die Hand.
Die Orkfrau grinste:"Goblins. Jedenfalls wenn ihr sie einholen könnt."
Da das bedeutete, dass die Goblins sich entfernten und nicht jeden Moment hinter der Orkjägerin auftauchen würden, entspannte sich Jeremiath. "Danke für die Warnung. Hattet Ihr Erfolg bei Eurer Jagd?"
Sie schüttelte den Kopf "Nein." sie blickte dabei recht grimmig drein. "Und ihr?"
Auch Jeremiath schüttelte den Kopf "Außer, dass die Goblins ebenfalls in der Ruine waren und einige von ihnen in die Fallen gelaufen sind konnte ich auch nichts in Erfahrung bringen, nein... Außer, dass sie vermutlich irgendetwas gefunden und gestohlen haben. Aber die Götter wissen, was."
"Sie hatten es jedenfalls eilig wieder von hier wegzukommen."
Jeremiath schaute in die Richtung, aus der die Orkfrau gekommen war. "Ihr wisst nicht zufällig, wohin sie unterwegs sein könnten?"#
Wieder schüttelte sie den Kopf "Nein. Und ich werde es auch nichtmehr herausfinden, sie haben drei Tage Vorsprung."
Der angehende Magier nickte: "Zu schade, aber habt Dank. Ich wünschte, ich könnte Euch ebenfalls etwas hilfreiches sagen, aber die mysteriöse Kreatur haben wir weder gesehen noch sind uns derlei Spuren aufgefallen."
"Ich werde mir andere Beute suchen." sie setzte ihren Weg fort, hielt aber noch einmal kurz inne. "Ihr solltet ebenfalls ins Dorf zurückkehren."
"Viel Erfolg", wünschte Jeremiath noch und wandte sich dann an Tiaval: "Wenn die Goblins bereits so weit weg sind, sollten wir wirklich umkehren. Dann können wir hier gerade nichts mehr tun."
Enttäuscht blickte Tiaval der Spur nach. "Ja, vielleicht habt ihr Recht."
Darauf bedacht denselben Weg einzuschlagen wie sie gekommen waren, um sich nicht zu verirren, traten sie also abermals den Rückweg ins Dorf an.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 9:17 pm

Sie erreichten das Dorf ohne Zwischenfälle und stellten fest, das es mittlerweile wieder Nachmittag geworden war.
"Was werdet Ihr nun tun?", fragte Jeremiath seine Begleiterin.
Tiaval überlegte. "Ich würde gerne das Rätsel der Ruine lösen. Aber im Moment weiß ich nicht, wo wir noch weitersuchen könnten. Was habt Ihr geplant?"
Jeremiath seufzte. "Zurück zur Akademie gehen und dem Hochmeister berichten, was wir herausfinden konnten. Und zu den Göttern beten, dass er mich für die wenigen Erkenntnisse die wir gewonnen haben nicht aus der Akademie wirft."
"Oh." Akademie? War der etwa noch gar nicht ausgebildet? Das erklärten natürlich, warum sie als ausgebildete Kundschafterin so wenig hatte erreichen können, mit einem solchen Klotz am Bein! "Das klingt doch nach einer guten Idee. Dann könnt Ihr noch weiter an Euren Künsten arbeiten."
"Das hoffe ich zumindest... Der Hochmeister meinte, entweder, ich solle mit Informationen oder gar nicht wiederkommen... Also, falls Euch doch noch etwas einfällt, wäre jetzt ein guter Moment, bevor ich meinem Schicksal entgegenreise."
Tiaval überlegte. "Nein, es scheint so, als hätten wir alles gemeinsam herausgefunden, ich weiß also nicht mehr als Ihr."
Abermals seufzte Jeremiath, bevor er Ihr die Hand zum Abschied reichte: "Nun gut, dann lasst mich Euch für die Zusammenarbeit danken, ... Verdammt, ich kenne nicht einmal Euren Namen!"
Tiaval reichte ihm ebenfalls die Hand. "Stimmt, ich kenne Euren auch gar nicht!" Merkwürdig, das war ihr bisher gar nicht aufgefallen. Wie hatten sie das die ganze Zeit durchgehalten?
"Jeremiath", stellte sich jener daraufhin vor.
"Tiaval", antwortet Tiaval, immer noch seine Hand schüttelnd.
"Freut mich... Mögen Eure weiteren Wege von mehr Erfolg gekrönt sein als dieser, vielleicht kreuzen sich unsere Wege ja eines Tages erneut. Gehabt Euch wohl, Tiaval!"
"Gehabt Euch auch wohl, Jeremiath!" Etwas wehmütig war ihr bei diesen Worten schon. War ihr erstes Abenteuer etwa jetzt zu Ende, so ganz ohne Erfolg?
Nach dieser Verabschiedung wandte sich Jeremiath ab - und stellte fest, dass er durch den Sprung durch das Portal keine Ahnung hatte, wo er überhaupt war. Großartig...
Auch Tiaval wandte sich ab und marschierte erstmal zurück ins Dorf.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 9:18 pm

Jeremiath ging zurück in das Gasthaus, um sich beim Wirt nach dem Weg nach Silian zu erkunden.
"Silian? Am einfachsten ist es wenn ihr einfach der Straße folgt, die aus dem Dorf führt. Sobald ihr dann auf die große Straße stoßt haltet euch dort einfach in nördlicher Richtung und ihr kommt nach Silian. Zu Fuß werdet ihr aber eine ganze Weile unterwegs sein."
"Wie weit ist denn eine ganze Weile?"
"Ich sebst war noch nie dort, aber ich schätze ihr werdet 5 Tage brauchen."
Portalmagie. Jeremiath würde die Portalmagie, mit der Hochmeister Elowin ihn binnen Sekunden hierhergebracht hatte, während seiner Ausbildung zum Magier erlernen. Soviel stand fest. "Habt Dank für die Auskunft. Gehabt Euch wohl", verabschiedete sich der angehende Schüler daraufhin wieder und machte sich auf den beschriebenen Weg...
Der lange Fußmarsch war ziemlich anstrengend, doch zumindest fand er unterwegs Gelegenheiten, sich ordentlich auszuschlafen und so erreichte er tatsächlich am Nachmittag des fünften Tages die Tore von Silian (Mana aufgefüllt, LP aufgefüllt, -7 Zechinen)
"Endlich!" Das tagelange Laufen machte sich in Jeremiaths Waden bemerkbar und er gönnte sich einen Moment des Verschnaufens, indem er sich auf den alten Speer stützte. Dieser hatte ihm in den vergangenen Tagen zumindest als Wanderstab gute Dienste geleistet. Nach einer kurzen Pause betrat er dann die Stadt. Auf dem Weg zur Akademie ließ er sich allerdings Zeit, schließlich trennte ihn nur noch dieser kurze Weg von seiner nächsten Begegnung mit dem Hochmeister der Pforte - nach dem er sich in der Akademie schließlich angekommen auch erkundigte.
Ein Magier, der den Speer mit einem schrgen Blick registrierte, führte ihn zu Hochmeister Elowin "Oh, ihr seid tatsächlich zurückgekehrt." stellte dieser fest.
Während Jeremiath sich vor dem Hochmeister respektvoll verneigte, verdrehte er die Augen über diese geringschätzige Begrüßung. "Mit den Informationen über die Geschehnisse in dem Dorf, die einzuholen Ihr mich beauftragt habt."
"Und gedenkt ihr auch mir diese Informationen mitzuteilen?"
"Die Dorfjäger sind im Wald auf alte Ruinen gestoßen. Den noch aktiven Fallen nach zu urteilen wurden sie davor auch noch nicht entdeckt. Dieser Fund hat abenteuerlustige Schatzsucher angelockt, die sich dann in der örtlichen Taverne betranken. Und eine Horde Goblins, die die Ruinen schließlich geplündert haben und es danach ziemlich eilig hatten, wieder zu verschwinden. Das muss etwa drei, vier Tage, bevor ich selbst dort angekommen bin, gewesen sein. Im mittig gelegenen Gebäude der Ruine gab es einen Sockel mit einer Fassung. Was darin war, wissen die Götter und die Goblins, die es an sich genommen haben." Jeremiath wartete einen kurzen Moment, bevor er weitersprach. "Aber was auch immer es war, die Goblins wussten offensichtlich, wo und wonach sie suchten."
"Außerdem gab es noch Gerüchte über eine Kreatur, deren Fußspuren wie die eines ausgewachsenen Menschen mit Krallen aussehen sollen. Gesichtet hat eine solche Kreatur jedoch niemand."
"Also nichts von Belang. Nungut, das war auch nicht anders zu erwarten." Elowin musterte Jeremiath einen Moment lang. "Immerhin seid ihr zurückgekehrt, ihr scheint also nicht völlig unfähig zu sein. Wartet hier, ich lasse jemanden rufen der sich um alles weitere kümmert." mit diesen Worten schritt Elowin davon (+100 EXP)
Jeremiath seufzte und verdrängte den Gedanken, "Arschloch" zu murmeln. Auch, wenn sich besagter Gedanke einige Zeit lang hartnäckig hielt, während er wartete.
Nach kurzer Zeit kam ein junger Magier auf ihn zu "Seid gegrüßt, ich bin Warno. Ihr seid sicher Jeremiath, nicht wahr?" grüßte dieser höflich.
"So ist es, seid gegrüßt!", erwiderte Jeremiath freundlich.
"Folgt mir bitte, ich bringe euch zu Hochmeister Peragioc. Er wird euch dann einen Lehrmeister zuteilen für eure Ausbildung."
Jeremiath nickte und folgte dem jungen Magier. "Könnt Ihr mir etwas über Hochmeister Peragioc sagen? Vom letzten Hochmeister, den ich traf, war ich etwas... überrascht", drückte er es gelinde aus.
"Hochmeister Elowin kann recht schwierig sein, das ist wahr." Warno schien aus Erfahrung zu sprechen. "Hochmeister Peragioc ist für die Ausbildung der Magier zuständig und er ist meist recht umgänglich."
Das klang doch nach einer Verbesserung der Umstände. "Das ist beruhigend zu hören... Hat Hochmeister Peragioc auch einen besonderen Titel? Hochmeister Elowin ist ja der Hochmeister der Pforte."
"Hochmeister Peragioc ist der Hochmeister der Sprüche." Warno blieb vor einer schweren, reich verzierten Holztür stehen. "Er erwartet euch drinnen."
Jeremiath nickte Warno zu: "Habt Dank." Nach einem tiefen Atemzug klopfte Jeremiath an und öffnete dann die Tür, um einzutreten. Wenn er ohnehin erwartet wurde, schien es unsinnig, auf ein extra "Herin!" zu warten.
In dem Raum befanden sich einige Regale und Schränke, in der Mitte des raumes befand sich eine Art kleines Pult und davor stand ein Schemel. Auf diesem Schemel stand ein Huyal in einer reich verzierten Robe. "Jeremiath, richtig?" meinte er statt einer Begrüßung und musterte ihn aufmerksam von oben bis unten.
Jeremiath brauchte einen kurzen Moment, bevor er sich respektvoll verneigte und die Frage beantwortete: "Der bin ich. Ich grüße Euch, Hochmeister." Einen Huyal hatte er nicht erwartet. Schon gar nicht, nachdem sein Eindruck von der Kompetenz der Angehörigen dieser Rasse durch jüngste Ereignisse etwas getrübt wurde.
"Wenn ich euch so ansehe." sein Blick verharrte einen Moment auf dem Speer "dann ist es nicht sonderlich schwer den richtigen Lehrmeister für euch zu finden." ein amüsierter Ausdruck erschien dabei auf seinem Gesicht und Jeremiath fiel auf, das der Hochmeister offenbar schon recht alt war. Nebenher kramte er mit einer Hand in einer Tasche seiner Robe und murmelte etwas unverständliches.
Jeremiath bemerkte, dass Peragiocs Blick auf dem alten Speer hängen blieb. "Oh, das... Ein Andenken an Hochmeister Elowins Aufgabe und eine Erinnerung daran, vorsichtig zu sein. Der Speer hätte meine Reise um ein Haar beendet, stattdessen habe ich ihn auf selbiger als Wanderstab verwertet", erklärte Jeremiath, warum er mit einem alten Speer herumlief, obwohl das in der Akademie vermutlich ziemlich dämlich aussah.
Bevor Peragioc darauf etwas erwidern konnte, betrat ein weiterer Magier den Raum "Ihr habt mich gerufen?" erkundigte er sich und verneigte sich höflich. "Ah, Valorian. Ich habe einen neuen Schüler für euch." Peragioc deutete auf Jeremiath.
Jeremiath drehte sich zu dem Neuankömmling um und verneigte sich seinerseits höflich. "Seid gegrüßt, ich bin Jeremiath", stellte er sich kurz vor.
"Nun, dann folgt mir bitte, ich denke es ist das beste wenn ich euch ersteinmal etwas näher kennenlerne." Valorian verneigte sich noch einmal kurz in Richtung des Hochmeisters und verließ dann den Raum.
Jeremiath tat es seinem neuen Lehrmeister gleich und folgte diesem dann.
Valorian führte ihn in den Speisesaal wo er sich an einen Tisch setzte "Setzt euch, ihr seid sicher hungrig nach der lange Reise."
"Das kann man wohl sagen. Ihr wisst bereits von meiner Reise?", fragte Jeremiath etwas verwundert, schließlich war er gerade erst davon zurückgekommen.
"Oh, Hochmeister Elowin neigt dazu Anwärter in der Gegend herumzuschicken um sie zu prüfen."
"Es war zumindest eine interessante Reise", erwiderte Jeremiath in Gedanken an die völlig verwirrte Huyal. "Ihr sagtet, Ihr wollt mich erst einmal kennen lernen. Möchtet Ihr etwas bestimmtes wissen?"
"Warum fangt ihr nicht einfach mit eurer Reise an?" Valorian winkte einen anderen Schüler heran der gerade zufällig vorbeikam "Seid doch so gut und bringt uns etwas zu Essen, ja?" Der Schüler verneigte sich kurz und kam der Bitte rasch nach.
Jeremiath nickte, bevor er von Elowins Aufgabe und der damit verbundenen Reise erzählte. Von den Gerüchten, die er in der Taverne vom Jäger hörte und der Orkjägerin, die er dort traf. Von dem ominösen Wesen, das sie jagen wollte. Von der quirrligen Huyal, die unter all den kräftigen Möchtegernabenteurern schließlich doch die einzige war, die tatsächlich den Mut aufbrachte, die Ruinen zu erkunden. Von der Speerfalle, die nun sein Reisestab war und den toten Goblins sowie den toten Jäger, den sie dort fanden. Von dem Haupthaus mit der Fassung, aus der etwas entnommen wurde und seiner Vermutung, dass die Goblins die Diebe waren. Von der weiteren Suche in den Ruinen bei der sie schließlich auf den Keller stießen, der ungemütlichen Nacht am Waldrand und - mit einem Grinsen und Kopfschütteln - wie die Huyal den armen Krämer bedrängte. Davon, wie sie am nächsten Tag, dieses Mal mit dem Licht des Fackelscheins, den Keller erkundeten, der sich als leer entpuppte.
"Leer bis auf diesen Stein, den wir im Staub fanden", stellte Jeremiath nach einer kurzen künstlerischen Pause, während der er besagtes Objekt aus seiner Tasche nahm und auf den Tisch legte, richtig. Er schloss seine Erzählung mit der Verfolgung der Goblinspuren und dem zweiten Treffen mit der Orkjägerin, die ihnen sagte, dass die Goblins drei Tage Vorsprung hatten.
Valorian hörte aufmerksam zu und betrachtete dann eingehend den Stein. "Ich würde behaupten das eine Art Magie von diesem Stein ausgeht. Wenn ihr einverstanden seid würde ich ihn morgen gerne Hochmeister Korgan zeigen."
"Selbstverständlich. Mich würde interessieren, was es mit diesen Ruinen auf sich hat. Wer sie erbaut hat, welchem Zweck sie dienten und vorallem, warum sie mit derart vielen tödlichen Fallen versehen waren. Dieser Stein ist das einzige, was ich von meiner Reise dorthin an Hinweisen mitbringen konnte. Wenn sich Wissen aus ihm gewinnen lässt, dann sehr gern - mit Verlaub, wer ist Hochmeister Korgan?"
"Der Hochmeister der Runen, ein sehr kluger Mann. Gelegentlich etwas ungehobelt, aber so sind Zwerge nunmal." Valorian schmunzelte. "Aber was diese Ruinen angeht...eurer Beschreibung nach zu urteilen waren sie sehr alt. Da wundert es mich doch sehr das noch derart viele Fallen intakt waren."
Jeremiath nickte: "Diese Verwunderung teile ich. Die Ruinen waren weniger als eine halbe Tagesreise vom Dorf entfernt. Sogar mit anfänglichem Umherirren nach längerem Aufenthalt in der Taverne und mit einigem Untersuchen der Ruinen waren wir noch in der Abenddämmerung zurück im Dorf. Dass sie so lange unentdeckt und unberührt geblieben sind und dann innerhalb weniger Tage erst von zwei Jägern des Dorfes und dann von einer ganzen Goblinhorde aufgesucht werden, erscheint mir seltsam."
"In der Tat, ich vermute fast das jemand diese Fallen nachträglich angebracht hat um irgendetwas in der Ruine zu schützen. Vermutlich das Artefakt das die Goblins dann an sich genommen haben."
"Dann wollte dieser Jemand, dass es in der Fassung in der Ruine bleibt, ansonsten hätte er es stattdessen einfach mitnehmen und an einen anderen Ort bringen können. Und er war bereit, dafür Tote in Kauf zu nehmen." Jeremiath überlegte einen Moment, da ihm das nicht weniger seltsam vorkam. "Dann käme ein weiterer sehr sonderbarer Zufall hinzu: Dass dieser Jemand die Fallen aufgestellt hat, bevor die Goblins kamen. Was sie davor offenbar Jahrzehnte, Jahrhunderte oder wissen die Götter wie lange nicht passiert ist."
"Das ist richtig, aber die Goblins werden nicht von alleine auf diese Idee gekommen sein. Diese Kreaturen sind für gewöhnlich eher feige und hätten den Rückzug angetreten sobald sie derartige Verluste erleiden."
"Das dachte ich auch, aber so viel weiß ich nicht über sie und das war das erste Mal, dass ich überhaupt welche gesehen habe. Ich wüsste leider nicht, wer die Goblins dazu gebracht haben könnte. Zwei von ihnen waren wir sogar begegnet, das war mir glatt entfallen. Als wir am ersten Tag aus der Ruine gingen, waren zwei dort am Eingang und haben sich umgesehen. Sie schienen im ersten Moment auch ziemlich überrascht zu sein, als sie uns gesehen haben... Der eine hatte aber zumindest versucht, zu entkommen, nachdem wir den anderen erledigen konnten."
"In jedem Fall sind das äußerst interessante Ereignisse. Ich denke ich werde versuchen weitere Informationen zu erhalten."
"Bitte teilt mit mir, wenn Ihr etwas in Erfahrung bringen könnt. Nicht zuletzt da dies meine Aufnahmeprüfung war habe ich großes Interesse daran, was hinter dieser Geschichte steht. Mit Eurer Erlaubnis würde ich Euch auch gern zu Hochmeister Korgan begleiten - etwas von der Akademie sehen und ein weiteres ihrer hohen Mitglieder kennenzulernen klingt interessant." Und einen Zwerg in Robe zu sehen erst. Den Anblick konnte sich Jeremiath beim besten Willen nicht vorstellen.
"Natürlich werdet ihr mich zu Hochmeister Korgan begleiten, ihr habt den Stein schließlich gefunden. Und bezüglich der Ruinen werdet ihr mir vielleicht sogar helfen müssen wenn es darum geht an weitere Informationen heranzukommen." Valorian erhob sich nun. "Für heute ist es aber denke ich genug, ihr müsst euch bestimmt ausruhen und morgen geht es dann frisch an Werk."
"Wo finde ich Euch morgen?"
"Wenn ihr früh genug aufsteht vermutlich hier im Speisesaal."
Das klang einleuchtend. "Dann bis morgen, Meister Valorian." Auch Jeremiath erhob sich nun und verneigte sich zum Abschied vor seinem neuen Lehrmeister.
Zurück in seinem Zimmer brauchte Jeremiath heute deutlich länger, um einzuschlafen. Er hatte es geschafft. Gestern um diese Zeit - um nicht zu sagen, vor wenigen Stunden noch - bangte er noch darum, dass Hochmeister Elowin ihn vor die Pforte setzen würde... Hatte er dieses schlechte Wortspiel gerade wirklich gedacht? Jeremiath schüttelte den Kopf. Es wurde wirklich Zeit, dass er einschlief... Was er dann zum Glück auch tat, bevor er noch mehr Unsinn dachte.
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Re: Jeremiath

Beitrag von KnigRhobarder am Mi Dez 13, 2017 9:19 pm

Auf dem Weg zum Frühstück fragte Jeremiath sich, ob er Meister Valorian noch im Speisesaal antreffen würde.
Valorian saß an einem Tisch und unterhielt sich mit zwei anderen Magiern.
Nachdem er sich etwas zu Essen geholt hatte, ging er zu diesen und begrüßte das Trio mit einer Verbeugung und einem freundlichen "Guten Morgen." Dazu setzte er sich nicht einfach, um nicht aufdringlich zu wirken.
"Ah, guten Morgen Jeremiath." begrüßte ihn Valorian. "Setzt euch und esst, wir müssen gleich zu Hochmeister Korgan, er wartet sicher bereits."
Jeremiath tat genau das auch mit Freuden, er hatte nämlich Hunger. Weshalb Valorian auch nicht lange auf ihn warten musste.
Nachdem Jeremiath fertig war, verabschiedete sich Valorian von den beiden anderen Magiern und bedeutete Jeremiath, im zu folgen.
Auch dies tat er.
Valorian führte ihn eine Treppe hinab in den Keller der Akademie. "Hattet ihr schon einmal mit Zwerge zu tun?"
Der Schüler schüttelte den Kopf. "Nein, bisher noch nicht. Ich wusste bis gestern noch nicht einmal, dass es Magier unter den Zwergen gibt, wenn ich ehrlich sein soll."
"Oh es gibt durchaus einige zwergische Magier, allerdings beschäftigen sie sich meist lieber mit Runenmagie statt mit arkaner Magie. Aber worum es mir eigentlich geht, seid nicht von Hochmeister Korgans Art überrascht, Zwerge pflegen etwas andere Umgangsformen als wir Menschen es gewohnt sind."
Das verwunderte Jeremiath nicht. In den vergangenen Tagen hatte er die legendäre Arroganz der Arsani und die Quirrligkeit der Huyal kennen gelernt. Er war gespannt, wie seine erste Begegnung mit einem Zwerg verlaufen würde. "Ich werde es beherzigen. Auch, wenn ich nach der vergangenen Woche glaube, dass mich andere Umgangsformen nicht mehr sonderlich zu überraschen vermögen."
Valorian schmunzelte und öffnete dann ohne anzuklopfen eine reich verzierte Tür. "Da seid ihr ja endlich." brummte ein Zwerg, dessen Robe dergestalt verziert war, das sie fast wie eine Rüstung wirkte.
Gut, Jeremiath war darüber verwundert, dass ein Magier ohne anzuklopfen die Tür eines Hochmagiers öffnete. Aber das zählte dazu, dass ein Mensch ihn überrascht hatte, nicht ein Zwerg! Wie gehabt verneigte sich Jeremiath vor dem deutlich ranghöheren Magiekundigen höflich.
"Hochmeister Korgan, das ist mein neuer Schüler Jeremiath." stellte Valorian ihn vor. "Er hat etwas gefunden wozu ich gern eure Meinung hören würde." Korgan musterte Jeremiath eingehend "Dann lasst mal sehen."
Jeremiath holte den besagten Edelstein aus seiner Tasche und ging zu Korgan, um ihn diesen zu reichen. "Diesen Stein fand ich in einer alten Ruine in einem Wald, etwa fünf Tagesmärsche südlich von hier", fasste er das Gröbste zusammen.
Der Zwerg nahm den Stein entgegen und betrachtete ihn ausführlich "Hmm...auf alle Fälle magisch" stellt er fest und ging dann zu einem großen, steinernen Tisch, in den viele Runen eingeritzt waren.
Die Neugier überwandt die Ehrfurcht und der Schüler folgte dem Hochmagier kurzerhand, um einen Blick auf den Tisch zu werfen. Etwas Abstand, um nicht im Weg zu stehen, hielt er natürlich.
Korgan legte den Stein in die Mitte des Tisches und fuhr mit dem Finger einige der eingeritzten Runen nach, wobei er irgendetwas unverständliches vor sich hinmurmelte.
Jeremiath beobachtete das Geschehen nur stumm.
"Die Magie ist schwach, ich werde genauere Untersuchungen durchführen müssen wenn wir mehr wissen wollen." stellte Korgan schließlich fest. "in jedem Fall hatte ich einen solchen Stein noch nicht in der Hand."
"Ich habe den Stein in der Hoffnung mitgebracht, dass hier jemand mehr darüber weiß, was es mit ihm auf sich hat. Nehmt Euch jede Zeit für Eure Untersuchung, die Ihr benötigt."
"Ich lasse euch wissen wenn ich etwas herausgefunden habe." Korgan begann damit, in verschiedenen Schubladen zu wühlen.
"Habt Dank", erwiderte Jeremiath mit einer Verneigung, bevor er zu Valorian zurückkehrte. Korgan machte auf ihn gerade nicht den Anschein, als wolle er sich von seiner Arbeit abhalten lassen.
"Gehen wir, es wird vermutlich ein paar Tage dauern ehe wir von ihm hören." meinte Valorian und machte sich auf den Rückweg.
Jeremiath ließ Valorian den Vortritt und schloss die Tür dann hinter sich. "Ich hatte nicht erwartet, dass Hochmeister Korgan 'solch einen Stein' noch nicht in Händen gehalten hat. Als ich ihn fand und mitnahm, hielt ich ihn für einen gewöhnlichen Edelstein."
"Oh, ich denke er bezog sich weniger auf das Material sondern mehr auf die Magie darin."
"Als Ihr gestern sagtet, der Stein sei magisch, hatte ich nicht daran gedacht, dass es sich um eine Magie handeln könnte, die der Hochmeister noch nicht zuvor in einem anderen Stein gesehen hatte", stellte Jeremiath seine vorherige Aussage klarer. "Wenn ich Tiaval noch einmal treffen sollte, muss ich ihr noch einmal für ihre Hilfe dabei danken, ihn gefunden zu haben."
"Runenmagie ist etwas gänzlich anderes als arkane Magie, es gibt vermutlich vieles was Hochmeister Korgan noch nicht kennt obwohl er über ein gewaltiges Wissen verfügt."
"Worin besteht denn der grundsätzliche Unterschied?"
"Arkane Magie wird direkt von euch gewirkt, Runenmagie dagegen ist immer an Gegenstände gebunden."
"Das heißt, wenn man diese Gegenstände verliert..." Jeremiath ließ den Satz offen. "Da bevorzuge ich es doch, die Magie selbst zu wirken."
Valorian lachte "Ja, auf solche Gegenstände sollte man gut achtgeben."
"Wie wird meine weitere Lehre nun eigentlich vonstatten gehen? Vor Hochmeister Elowins Prüfung war der Tagesablauf klar... Aber abgesehen davon, dass Ihr gestern Abend sagtet, wir würden heute Morgen Hochmeister Korgan aufsuchen, wüsste ich jetzt gar nicht, wo ich allmorgendlich erscheinen sollte. Abgesehen vom Speißesaal, versteht sich."
"Wenn ihr früh genug aufsteht werde ich euch immer direkt nach dem Frühstück eure Aufgaben für den Tag geben."
"Verstehe... Und angenommen, ich schlafe einmal zu lange dafür und verpasse Euch?"
"Dann wird es eure erste Aufgabe des Tages sein mich zu finden."
Jeremiath musste kurz lachen. "Den Wink habe ich verstanden... Zum Glück bin ich kein Langschläfer."
"Dann werde ich euch nun eure Aufgabe für den heutigen Tag geben. Da ihr die Akademie bisher noch nicht kennt, empfehle ich euch für heute einen Besuch in der Bibliothek, seht euch dort einfach ein wenig um und macht euch mit allem vertraut. Vielleicht findet ihr ja etwas interessantes zu lesen."
"Oh, da bin ich mir sicher. Die Schwierigkeit wird nicht daran bestehen, etwas interessantes zu finden, sondern sich für etwas davon zu entscheiden", erwiderte Jeremiath schmunzelnd. Einen ganzen Tag ohne ein vorgegebenes Thema in der Bibliothek der Akademie von Silian stöbern zu klang perfekt. "Lasst mich raten. Es gehört zur Aufgabe, die Bibliothek zu finden, ohne, dass Ihr mir sagt, wo sie sich befindet?"
"Oh, ich denke die Bibliothek ist groß genug das ihr sie rasch finden werdet. Tut mir nur den Gefallen und verärgert Hochmeister Skalssis nicht wenn ihr dort seid."
"Das würde ich nie mit Vorsatz tun", versicherte Jeremiath. "Das ist der Hochmeister der Schriften, nehme ich an?"
"Sehr richtig. Wenn ihr ihn getroffen habt kennt ihr alle Hochmeister der Akademie."
"Gut zu wissen. Aber darf ich Euch zuvor noch eine Frage stellen?"
"Natürlich dürft ihr."
"Mir stellt sich schon seit ich bei Hochmeister..." Jeremiath stockte kurz, als er versuchte, sich des Namens des Hochmeisters der Sprüche zu entsinnen. "Peragioc war eine Frage. Nämlich die, wonach er entscheidet, welchen Lehrmeister ein neuer Schüler zugeteilt bekommt. Er meinte, dass es nicht sonderlich schwer sei, einen passenden Lehrmeister für mich auszuwählen, nachdem er mich mit meinem mitgebrachten Speer kurz gemustert hatte. Und wenn ich es mir in der Aufregung nicht eingebildet habe, könnte ich schwören, dass er dabei ziemlich erheitert war."
Valorian lachte" Ja das kann ich mir denken. Ich muss gestehen das ich in meiner Jugend auch dazu neigte, gewisse unkonventionelle Dinge zu tun." Bei diesen Worten konnte sich Jeremiath des Eindruckes nicht erwehren, das diese Jugend noch garnicht allzu lange zurücklag.
"Verstehe", erwiderte Jeremiath und musste schmunzeln. "Dann habe ich ja jetzt eine Vorstellung davon, welchen ersten Eindruck ich hinterlassen habe", fügte er amüsiert hinzu, bevor er sich seiner heutigen Aufgabe besann. "Habt Dank für die Antwort, dann will ich Euch nicht weiter aufhalten. Gehabt Euch wohl, Meister Valorian", verabschiedete sich Jeremiath dann mit einer Verbeugung. Als ihm beim Wiederaufrichten einfiel, dass er ja gar keine Ahnung hatte, wo er nun eigentlich langlaufen musste und es ihm dumm vor kam, nach der Verabschiedung planlos herumzustehen, ging er daraufhin einfach aufs Geratewohl einen Gang entlang und versuchte, sich generell erst einmal in der Akadamie zu orientieren. Er wusste, wo der Speißesaal lag, wo sein Schlafzimmer war und nun auch, wo Hochmeister Korgan zu finden war. Daher bemühte er sich, immer von einem dieser bekannten Punkte ausgehend die Gänge der Akadamie zu erforschen und auch wieder zu einem dieser drei Punkte zurückzufinden, um sich zumindest erstmal nicht zu verlaufen.
Das war leider leichter gedacht als getan und schon nach kurzer Zeit hatte sich Jeremiath ziemlich verlaufen.
"Ach, verdammt", fluchte Jeremiath, als er das dritte Mal dachte, jetzt aber wirklich den Rückweg zu seinem Schlafzimmer eingeschlagen zu haben, dann aber vor einer Wand stand, von der aus er nur nach links und nach rechts gehen konnte. "Das reinste Labyrinth", murmelte er vor sich hin und wägte ab, welche der beiden Richtungen er einschlagen sollte. Schließlich entschied er sich, nach links abzubiegen und es mit einem anderen Ansatz zu versuchen: Er würde die Wand, die jetzt zu seiner Rechten war, einfach immer zu seiner Rechten belassen. Wenn er also an eine Abzweigung kam, würde er immer den Weg nehmen, der diese Wand zur Rechten hatte. Wenn er nicht gerade dummerweise in der Mitte der Akademie gelandet war und diese Wand einfach nur in einem Kreis verlief, müsste er dadurch ja irgendwann irgendwo rauskommen. Ja, das klang nach einem Plan.
Der Plan ging auf, bald stieß Jeremiath auf einen breiten Gang, der zu einer hohen, breiten Tür führte. Die Verzierungen der Tür deuteten darauf hin, das sich dahinter viele Bücher befanden.
"Ha!", dachte Jeremiath zufrieden. Das Grinsen verging ihm aber, als ihm klar wurde, dass er zwar die Bibliothek gefunden hatte, aber deswegen noch lange keine Ahnung hatte, wo er eigentlich war. "Verdammt", schob er in Gedanken nach und nahm sich vor, in der Bibliothek als erstes nach einer Karte der Akademie oder dergleichem zu suchen... Aber erst einmal ging er durch die große Tür und sah sich um.
Die Bibliothek hatte gewaltige Ausmaße, sie schien einen ganzen Flügel der Akademie einzunehmen. Einige Magier waren hier damit beschäftigt nach Büchern zu suchen oder in Büchern zu lesen. Zu diesem Zweck standen etliche Stehpulte bereit.
Überwältigt sah der junge Schüler sich um, während er langsam weiter ging. Er fragte sich, ob er es in seiner Lebenszeit überhaupt schaffen könnte, alle Schriften hier zu lesen, wenn er heute damit anfangen und jeden seiner Tage diesem Vorhaben widmen würde. Nicht, dass ihm das auf Dauer nicht zu langweilig werden würde. Fürs erste versuchte er sich einfach nur einen Überblick über den Aufbau der Bibliothek zu verschaffen.
Die Bibliothek war in verschiedene Bereiche aufgeteilt. Der erste Bereich lag links von der Tür und dort fanden sich wie es schien viele Bücher in mehrfacher Ausgabe. Der zweite Bereich auf der rechten Seite zeichnete sich dadurch aus, das die Bücher mit dünnen Ketten an den Regalen festgemacht waren. Der dritte Bereich lag von der Tür aus gesehen direkt geradeaus und war durch ein reich verziertes Gitter vom Rest abgetrennt.
Jeremiath vermutete, dass für ihn der linke Bereich insbesondere jetzt zu Anfang seiner Lehre am relevantesten sein würde und die anderen beiden höheres, fachspezifischeres Wissen beinhalten würden, das ihn im Moment ohnehin überfordern würde. Daher versuchte er sich ersteinmal daran, im linken Bereich einen Überblick zu bekommen.
Den Titeln der Bücher nach zu urteilen hatte er mit seiner Vermutung recht, denn es schien sich hauptsächlich um Grundlagenwerke zu handeln. Zudem tummelten sich in diesem Bereich viele junge Magier und waren eifrig damit beschäftigt, diverse dicke Bücher zu studieren.
Jeremiath suchte für den Anfang nach einer Übersicht, wo er Bücher zu bestimmten Themen finden konnte. Einen Katalog, eine beschworene Dienerkreatur, die stoisch Auskünfte gab oder einen Bibliothekar mit eben dieser Aufgabe.
Es dauerte nicht lange, da stand er einer groß gewachsenen Echse in reich verzierter Robe gegenüber "Ah, ein neues Gesicht." stellte er (oder sie, Jeremiath hatte keine Ahnung wie man das bei einem Skaril unterscheiden sollte) fest.
Anhand des Namens hatte Jeremiath bereits erwartet, dass Skalssis ein Skaril sein würde. Daher, aufgrund der verzierten Robe und da sein Gegenüber wusste, dass er gerade zum ersten Mal in der Bibliothek war, schlussfolgerte Jeremiath ganz gekonnt, dass das Hochmeister Skalssis sein musste - und verneigte sich dementsprechend respektvoll. "Seid gegrüßt, Hochmeister. Ich bin tatsächlich zum ersten Mal hier", bestätigte er, vermutlich überflüssigerweise.
"Was führt euch in die Bibliothek?" erkundigte sich Skalssis, nachdem er sich ebenfalls leicht verbeugt hatte.
"Es ist mein erster Tag als Schüler der Akadamie und mein Lehrmeister wollte, dass ich ihn nutze, um die Bibliothek kennen zu lernen." Er kam nicht umhin, während er dies sagte, den Blick kurz schweifen zu lassen. Die schiere Größe beeindruckte ihn immer noch, was man seinem Gesicht auch deutlich ansehen konnte.
"Nun, dieser Bereich hier ist der Bereich für die Schüler, dort drüben ist der Bereich für die ausgebildeten Magier und der hintere Bereich ist den Meistern vorbehalten." erklärte der Hochmeister und Jeremiath fiel auf, das Skaril scheinbar über keinerlei Mimik verfügten. "Solltet ihr Fragen haben oder ein bestimmtes Werk suchen, so wendet euch an mich oder einen der anderen Schriftenmeister."
"Fürs erste würde ich gern eine Karte oder dergleichen von der Akadamie einsehen, um mir einen Überblick zu verschaffen, welche Wege ich nehmen muss, um mich nicht zu verirren", gab Jeremiath zu, bevor er gleich noch eine Frage nachschob: "Woran erkenne ich die anderen Schriftenmeister denn?"
"Eine Karte der Akademie? Dann hat man es also versäumt euch herumzuführen. Das sollte nachgeholt werden. Die Schriftenmeister werde ich euch vorstellen, folgt mir."
Jeremiath war überrascht, dass sich der Hochmeister die Zeit dafür nahm. Die anderen drei Hochmeister hatten bisher einen kurz angebundenen lass-mich-in-Ruhe-Eindruck auf ihn gemacht, Skalssis erwies sich dem gegenüber als willkommene Abwechslung. "Nein, das hat niemand... Ich bin aber auch erst gestern Abend von Hochmeister Elowin als Schüler anerkannt wurden, viel Gelegenheit gab es dazu leider noch gar nicht." Natürlich folgte Jeremiath dem Skaril.
Jeremiath war es ein absolutes Rätsel wie der Skaril zwischen all den Regalen zielsicher die Schriftenmeister finden konnte. Binnen kürzester Zeit wurde Jeremiath nun Meister Melrat, einem Menschen, Meisterin Sirkas, einer Skaril und Meister Samron, einem Huyal vorgestellt. Danach verabschiedete sich der Hochmeister und wandte sich wieder seinen sonstigen Aufgaben zu.
Auch Jeremiath verabschiedete sich von dem Hochmeister und trug sein Anliegen, eine Karte zu suchen, um den Weg in der Akademie zu finden, anschließend erneut vor Samron vor.
"Eine Karte der Akademie?" Meister Samron sah in von unten herauf an. "ich glaube kaum das es soetwas gibt und bisher hat auch noch niemand danach gefragt denke ich."
"Dann ist es wohl nicht üblich, dass ein neuer Schüler nicht herumgeführt wird, nehme ich an... Die Bibliothek habe ich mehr durch Zufall gefunden", gab Jeremiath seufzend zu.
"Ich bin sicher euer Lehrmeister wird das nachholen und bis dahin haltet euch einfach an den großen Gang der euch hierher geführt hat, dann findet ihr alles wichtige."
"Habt Dank für den Rat, Meister Samron. Nun kann ich den Tag nutzen, ohne die ganze Zeit über den Rückweg grübeln zu müssen... Wenn Ihr mir wohl sagen könntet, wo ich Bücher über alte Kulturen finden kann? Im Zuge meiner Aufnahmeprüfung untersuchte ich eine verfallene und sehr alt anmutende Ruine inmitten eines Waldes und ich würde gern versuchen, mehr darüber in Erfahrung zu bringen."
"Alte Kulturen? Ich fürchte da muss ich euch wieder enttäuschen. Hier werdet ihr nur Werke finden die sich mit Magie befassen und Werke über die Magie alter Kulturen findet ihr nicht im Bereich für die Schüler."
Das schien ja zur Gewohnheit zu werden, dass Huyal ihn enttäuschten, wenn er glaubte, sie könnten ihm auf eine bestimmte Weise helfen. "Oh, ich verstehe. Verzeiht, das war mir nicht bewusst." Er überlegte kurz. "Nun gut, dann vielleicht ein Grundlagenbuch zu arkaner Magie? Die zweitägige Grundlehre von Hochmeister Elowin war zwar sehr fruchtbar, aber ich merke doch, dass mir noch viel Wissen drumherum fehlt. Ich weiß dank seiner Grundlehre, wie ich einen ganz einfachen Feuerzauber wirken kann, aber nicht wirklich, was dabei eigentlich passiert... Das klingt sicher gerade wirr, ich hoffe, Ihr versteht, worauf ich hinaus will." Jeremiath kam sich gerade ziemlich unbeholfen vor, aber die Wahrheit war, dass Elowin ihnen so wenig Zeit ließ, über das Gelernte nachzudenken und es zu verinnerlichen, dass er den Feuerstoß eher auf Grundlage von Auswendiglernen und nicht auf Grundlage eines tatsächlichen Verständnisses arkaner Magie wirken konnte. Und während Elowins Unterricht nachzufragen war etwas, das man sich einfach nicht traute. Diese Wissenslücke war ein Umstand, den er gern ändern würde.
"Ja, da kann ich euch weiterhelfen, folgt mir." Samron schritt zielsicher auf ein Regal im Bereich für die Schüler zu und zog ein dickes, schweres Buch heraus. "Hier, bis ihr alles darin verstanden habt seid ihr wahrscheinlich schon fast ein fertiger Magier."
Jeremiath war sich nicht sicher, ob das nur eine nett gemeinte Vorwarnung war, dass es nichts ungewöhnliches sein würde, wenn Jeremiath lange an diesem Buch sitzen würde, oder ob es doch eine versteckte Beleidigung sein sollte. Aber er nahm dem kleinen Huyal erstmal das große, schwere Buch ab und bedankte sich mit einer knappen Verbeugung, bevor er sich nach Sitzmöglichkeiten umsah. Den ganzen Tag an einem Pult zu stehen musste er nicht unbedingt haben.
Zu seinem Leidwesen musste er feststellen, dass hier offenbar niemand besonderen Wert auf Sitzmöglichkeiten zu legen schien, denn es gab lediglich Stehpulte soweit er sehen konnte.
Jeremiath wandte sich doch noch einmal an Samron: "Ist es erlaubt, die Bücher aus der Bibliothek auszuleihen oder dürfen sie nur hier gelesen werden?", erkundigte er sich.
"Selbstverständlich dürft ihr Bücher ausleihen, ihr müsst lediglich einem der Schriftenmeister darüber Bescheid geben. Nur aus der Akademie dürft ihr die Bücher nicht entfernen."
"Natürlich. In dem Falle würde ich mir das Buch gern ausleihen."
"Sehr gerne, ich hoffe ihr könnt viel daraus lernen."
Das hoffte der junge Schüler auch... Und vorallem hoffte er, den Rückweg zu seinem Zimmer zu finden. Dem großen Gang folgen hatte Samron gesagt...
Beim Verlassen der Bibliothek wäre Jeremiath fast mit einer Arsani in einer dunkelblauen Robe zusammengestoßen. "Ihr müsst Valorians neuer Schüler sein." stellte sie fest, nachdem sie ihn kurz gemustert hatte. "Willkommen in der Akademie." sie lächelte kurz und verschwand dann in der Bibliothek.
Jeremiath war einen Moment zu lang verdutzt darüber, woher die Fremde das wusste, um schnell genug etwas zu erwidern, bevor sie in der Bibliothek verschwunden war. Etwas verdutzt setzte er seinen Weg fort.
Dem großen Gang zu folgen erwies sich tatsächlich als hilfreich, denn dieser führte an allen wichtigen Punkten der Akademie vorbei und so fand sich Jeremiath auch bald in einem ihm vertrauten Bereich wieder.
Er fragte sich ernsthaft, warum er am Morgen nicht von sich aus auf die Idee gekommen war, einfach dem offensichtlichsten Gang zu folgen. Er schob es darauf, dass er immernoch zu überwältigt von der Akademie war. Nun, da er wusste, wo er war, schlug er den Weg zu seinem Zimmer ein, um bis zum Abendessen das Buch zu lesen.
Bereits nach kurzer Zeit wurde ihm klar, das die Worte von Meister Samron keineswegs eine Beleidigung waren, denn das Buch war wirklich vollgestopft mit Wissen und begann sehr theoretisch mit der Erklärung verschiedener Ebenen und deren Energien.
Jeremiath versuchte, den Worten zu folgen. Gelegentlich legte er das Buch für ein paar Minuten zur Seite, um sich durch Auf- und Abgehen ein wenig die Beine zu vertreten und seinem Kopf einen Moment der Ruhe zu gönnen.
Am Ende des Tages hatte er zumindest so viel verstanden, dass das Wirken arkaner Magie darauf beruhte, Energien aus einer anderen Ebene in bestimmte Bahnen zu lenken. Doch wie genau das funktionieren sollte, war ihm noch ein Rätsel.
Nun, das war ein Anfang, befand Jeremiath, als er das Buch zur Seite legte und sich über die Schläfen fuhr. Nach dem fünftägigen Marsch war es ihm ganz Recht gewesen, sich heute kaum zu bewegen und stattdessen in Ruhe zu lesen. Dennoch merkte er auf dem Weg zum Speißesaal die Erschöpfung - es dürfte nicht schwer werden, heute einzuschlafen und seinen Lehrmeister morgen früh nicht zu verpassen.
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